Basis-Aufstand gegen Scheuch-Nachfolger
Christian Ragger hatte sich am Parteitag der Freiheitlichen in Kärnten (FPK) am 21. April einen Gegenkandidaten gewünscht. Jetzt hat er einen. Noch dazu einen mit guten Chancen: Hinter Matthias Krenn (53), dem Bürgermeister des Tourismusortes Bad Kleinkirchheim und nebenbei Vizechef der Wirtschaftskammer Österreich, steht die Basis.
Echter Neustart
Die Unzufriedenheit in weiten Teilen der FPK ist sehr groß. Das hat eine „Initiative ehrliche Erneuerung“ genützt, wobei die Betonung auf ehrlich liegt“, wie es ihr Sprecher Erhard Veiter, Bürgermeister in Feld am See, formuliert. Nach dem „Existenz gefährdenden Debakel“ vom 3. März brauche es „keinen Neustart mit einem alten Boliden“.
Krenn war schon vor drei Wochen im KURIER als geeigneter Kandidat genannt worden. Vor drei Tagen hat er sich dazu bereit erklärt, gegen Ragger anzutreten. Warum erst jetzt, wo auch er zu jenen zählt, die Ragger mit einer „Generalvollmacht“ ausgestattet hatten?
Krenn führt es auf die „Schockstarre“ des Wahldebakels zurück und ist der Meinung, die Erneuerung dürfe nicht „als Paketlösung von der Seilschaft diktiert werden“. Mit „Seilschaft“ ist Ex-Parteichef Kurt Scheuch gemeint, der noch immer die Fäden ziehe. Hinter Krenn steht der Großteil der freiheitlichen Bürgermeister. Die Übernahme des Regierungssitzes ist für Krenn (noch) kein Thema. Ein Zusammenschluss mit der FPÖ kommt für ihn nur in Frage, „wenn es die Basis wünscht“.
Ragger gibt sich trotzdem siegessicher. „Hinter mir stehen alle Bezirksobmänner.“ Hinter ihm steht auch „Rebell“ und Landtagsabgeordneter Hannes Anton, der sich als Erster Krenn als Parteichef gewünscht hatte. Warum der Sinneswandel: „Die Initiative hätte gleich nach der Wahl aus den Löchern kommen sollen. Nicht jetzt, wo Ruhe eingekehrt ist.“
FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache und der Kärntner FPÖ-Obmann Christian Leyroutz begrüßen Krenns Kandidatur: „Das ist Demokratie und kein Akt der Parteispaltung.“
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