Neuer ÖVP-Manager Gstöttner will „hart in der Sache, aber respektvoll im Ton sein“
Er war angezählt, und doch kam der Rücktritt überraschend: Nachdem Nico Marchetti Dienstagabend den Job des ÖVP-Generalsekretärs zurückgelegt hat, präsentierte die ÖVP am Mittwoch seinen Nachfolger: Markus Gstöttner. Der 40-Jährige ist kein Unbekannter. Er war bis 2025 ÖVP-Landtagsabgeordneter in Wien, arbeitete in den Kabinetten Kurz und Nehammer und koordiniert derzeit als Sonder-Beauftragter von Kanzler Christian Stocker die sogenannte Reformpartnerschaft von Bund, Ländern und Gemeinden.
In einem ersten Statement sagte Gstöttner „ich will hart in der Sache, aber respektvoll im Ton sein“. Und Gstöttner kündigte an, „viel unterwegs zu sein“. Das war auch einer der Kritikpunkte, die seinem Vorgänger Nico Marchetti insbesondere aus den Landesparteien der ÖVP entgegengekommen sind.
Wie also legt er's an? Gstöttner räumte ein, dass ihn das Angebot von Parteichef und Kanzler Stocker überrascht habe. „Ich habe aber nicht lange gezögert.“
Es erfülle ihn mit Ehrfurcht, den Job zu übernehmen. „Aber die Motivation ist klar. Wir leben in Zeiten des Umbruchs, da sind viele Ängste, es werden Weichen gestellt. Und eine christlich-soziale Politik kann Antworten geben und muss Antworten geben.“
Gstöttner will Freiheit und Selbstbestimmtheit verteidigen, er spricht von Solidarität und davon, dass derartige „historische Errungenschaften“ verteidigt werden müssen.
Ein Stichwort, dass Christian Stocker und Markus Gstöttner mehrfach erwähnen, ist die „Kampagnenfähigkeit“.
Wie bzw. bei welchen Themen dies passiert, das wollte Parteichef Stocker nicht im Detail erörtern.
Der 36-jährige Wiener Nico Marchetti war zuletzt innerparteilich immer mehr unter Druck geraten. Vor allem aus den Bundesländern war viel Kritik zu hören gewesen. Man warf ihm vor, zu wenig offensiv gewesen zu sein. Überhaupt wurde die Kampagnenfähigkeit der Bundespartei bereits infrage gestellt.
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