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Politik Inland
11/15/2021

Lockdown für alle: Und wer soll dann noch impfen gehen?

Jene, die sich erst durch Anreize und Druck zur Impfung bewegen haben lassen, könnten demotiviert werden, sagt Verhaltensökonom Florian Spitzer.

von Raffaela Lindorfer

Epidemiologen fordern ihn, die Politik sieht ihn kritisch: den Lockdown für alle – inklusive Geimpfter. Die Befürchtung lautet, man könnte Impfwillige verprellen und ihre Motivation, sich den Drittstich zu holen, mindern. Ebenso könnte das Druckmittel gegen Ungeimpfte wegfallen.

Ist diese Angst begründet? Nur teilweise, sagt Verhaltensökonom Florian Spitzer vom Institut für Höhere Studien (IHS) im KURIER-Gespräch. Man müsse drei Gruppen unterscheiden:

Die erste Gruppe habe sich aus Überzeugung impfen lassen und würde das auch weiterhin tun. „Diese Gruppe würde auch für einen Lockdown noch eher Verständnis haben, weil sie sich der Risiken der Pandemie bewusst ist“, so Spitzer.

Die zweite Gruppe seien jene, die sich nur über Anreize zur Impfung haben überreden lassen, die sich Freiheiten und Privilegien gegenüber Ungeimpften erhofft hatten. „Wenn diese Gruppe jetzt merkt, es hat ihnen nicht genützt, sie werden trotzdem wie alle anderen in einen Lockdown geschickt, dann ist der Anreiz, beispielsweise für die dritte Impfung, nicht mehr da", sagt Spitzer. 

Ähnliches gilt für die dritte Gruppe, die Ungeimpften. Sie würde man nur schwer zur Impfung bewegen können, aber die Fronten sind ohnehin verhärtet.

Schwere Geschütze

Die Regierung hätte, so der Verhaltensökonom, von Anfang an mehr auf Aufklärung und zielgruppengerechte Angebote setzen müssen. Einsicht und Verständnis wirken nachhaltig (siehe erste Gruppe).

Dafür sei aber keine Zeit mehr, befürchtet Spitzer: „Die niederschwelligen Instrumente wurden anfangs zu zögerlich eingesetzt, deshalb kommen wir jetzt nicht umhin, die schweren Geschütze aufzuziehen.“ Kurzfristig wirken harte Methoden: Als die 2-G-Regel verkündet wurde, sind die Impfzahlen gestiegen. 

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