Politik | Inland
30.07.2018

Längerer Wehrdienst? Militär hat Sympathien, ÖVP nicht

Der Vorschlag des FPÖ-Verteidigungsministers ist zumindest im Generalstab und bei der Offiziersgesellschaft beliebt.

Wie lange sollen junge Männer beim Militär dienen?

Nachdem FPÖ-Verteidigungsminister Mario Kunasek jüngst erklärt hat, der Grundwehrdienst solle wieder verlängert werden, ist die Frage Thema.

Wie lange muss man in Österreich zum Militär und was ist eigentlich mit „6 plus 2 Monaten“ gemeint?

Per 1. Jänner 2006 wurde der Präsenzdienst in Österreich von acht auf sechs Monate verkürzt. Verteidigungsminister Mario Kunasek kann sich eine Rückkehr zur alten Dauer vorstellen. Das konkrete Modell sah so aus: Anschließend an den Grundwehrdienst wurden zwei Monate Truppen-Übungen absolviert(„6 plus 2“). Der Soldat wurde in regelmäßigen Abständen für ein paar Tage eingezogen und trainierte so lange, bis die Dienstzeit abgeleistet war.

Was sagt das Militär dazu?

Die Offiziersgesellschaft plädiert für eine Verlängerung des Grundwehrdienstes, und auch der Generalstabschef des Bundesheeres, Robert Brieger, hat sich am Montag hinter den Minister gestellt. „Für die Herstellung der Einsatzbereitschaft der Truppen“ wären Milizübungen ein „sehr wertvoller Beitrag“, sagte er auf Ö1.

Ist die Verlängerung des Grundwehrdienstes damit wahrscheinlicher geworden?

Nein. Die Verlängerung des Grundwehrdienstes steht weder im Regierungsprogramm, noch hat man in der ÖVP dafür Sympathien. Der ÖVP-Wehrsprecher hat einer möglichen Verlängerung bereits am Wochenende eine Absage erteilt, zudem ist klar: Ein längerer Grundwehrdienst würde zusätzliche Kosten verursachen. Die Position der ÖVP: Der Grundwehrdienst soll attraktiviert, aber nicht verlängert werden.