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Politik Inland
03/16/2020

KURIER-OGM-Umfrage: Große Mehrheit gegen Abfangjäger

55 Prozent wollen dem Bundesheer mehr Geld geben, aber nicht für den Kauf von Überschall-Jets. Der Eurofighter ist unten durch

von Daniela Kittner

Die Einstellung der Österreicher zum Bundesheer hat sich massiv geändert. Keine Institution des Landes hat im letzten Jahrzehnt dermaßen an Anerkennung zugelegt wie das Bundesheer.

Die positive Haltung zum Heer wird auch durch die neueste OGM-Umfrage im Auftrag des KURIER belegt. Demnach sprechen sich 55 Prozent der Befragten für eine Erhöhung des Heeresbudgets aus.

24 Prozent finden, dass die Ausgaben für das Bundesheer auf dem Niveau bleiben sollen, wo sie sind.

Nur neun Prozent der Befragten wollen sie kürzen.

„Das Bundesheer wird mehrheitlich als wichtige Organisation für Katastrophenschutz und Hilfseinsätze gesehen, denn als Heer zur Landesverteidigung. Daher rührt die recht klare Zustimmung, das Heeresbudget zu erhöhen“, sagt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer.

Nach Parteipräferenzen sei es „wenig überraschend, dass ÖVP- und FPÖ-Anhänger mehr Geld fürs Heer befürworten. Überraschend hingegen ist, dass sich eine knappe Mehrheit der SPÖ-Wählerschaft ebenfalls dafür ausspricht“, sagt Bachmayer. Nur die Grün-Wähler tanzen aus der Reihe. Da halten sich die, die dem Heer mehr Geld zugestehen (25 Prozent) und die, die das Budget kürzen wollen, (21 Prozent) fast die Waage.

FPÖler gegen Jets

Einhellig ist die Meinung der Österreicher zu Abfangjägern, nicht einmal die Bundesheer-affinen FPÖ-Anhänger scheren hier aus: Quer durch alle Lager gibt es eine Mehrheit, die Überschallflugzeuge zur Luftraumüberwachung für unnötig hält (Grafik).

„Höheres Heeresbudget ja, aber nicht zur Finanzierung von Abfangjägern, dieser Begriff löst bei einer Mehrheit negative Reflexe aus“, sagt Bachmayer. „Mittlerweile nimmt auch bei ÖVP-Anhängern die Skepsis gegen Abfangjäger deutlich zu.“

Am Ende der Beliebtheitsskala befindet sich der Eurofighter. Satte zwei Drittel der Befragten sprechen sich dafür aus, aus dem Eurofighter gänzlich auszusteigen. Sie sind sogar dagegen, die vorhandenen Abfangjäger nachzurüsten, um die Restlaufzeit zu nutzen. „Schluss damit“, laute die klare Mehrheitsmeinung der Österreicher, wenn es um den Eurofighter geht, sagt Bachmayer.

Lange Tradition

Gegen Abfangjäger zu sein, hat in Österreich eine lange Tradition. Der Draken war Österreichs erstes Überschallflugzeug. Mitte der 1980er-Jahre hätte dessen Stationierung fast die ÖVP zerrissen, weil die steirischen Schwarzen gegen den niederösterreichischen ÖVP-Verteidigungsminister mobilisierten.

1985 und 2002 gab es Anti-Abfangjäger-Volksbegehren, jenes 2002 wurde von 11 Prozent der Wahlberechtigten unterschrieben.

Die Eurofighter-Beschaffung 2002 war von Beginn an umstritten, es gab drei Untersuchungsausschüsse, und seit Jahren ermittelt die Justiz.

Bachmayer: „Die jüngsten Erkenntnisse aus den USA, dass Schmiergeld geflossen sein soll, haben das negative Meinungsbild zum Eurofighter noch verstärkt. Hier herrscht nun Einigkeit unter allen Wählergruppen.“

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