Politik | Inland
24.04.2018

Kinder zeigen in Moscheen rechtsextremen Wolfsgruß

Der Moscheeverein Türkische Föderation soll Kinder mit den Ideen der rechtsradikalen "Grauen Wölfe" indoktrinieren.

Erneut gerät ein türkischer Verein in Österreich unter Druck. Der Moscheeverein Türkische Föderation soll Ideen der rechtsradikalen "Grauen Wölfe" propagieren.

Laut einem Bericht der Wiener Stadtzeitung Falter werden in mehreren österreichischen Moscheen Kinder mit der Ideologie der nationalistischen türkischen Bewegung indoktriniert. Mehrere Bilder zeigen Kinder, die den sogenannten " Wolfsgruß", das Erkennungszeichen der Bewegung, ausführen. Dabei werden Ring- und Mittelfinger auf den Daumen gelegt und Zeige- und kleiner Finger als Wolfsohren ausgestreckt.

Die "Grauen Wölfe" streben ein großtürkisches Reich an und betrachten Juden, Homosexuelle, Kurden und Aleviten als Feindbilder. Sie nehmen ausschließlich türkische muslimische Männer auf. In der Türkei agiert die Partei MHP als deren parlamentarischer Ableger.

Verfassungsschutz gefordert

„Wir müssen diese Berichte ernst nehmen, das sind keine Einzelfälle“, sagt SPÖ-Nationalratsabgeordnete Sabine Schatz. Die Sprecherin für Gedenkkultur fordert via Aussendung, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung "die Umtriebe der ‚Grauen Wölfe‘ intensiv beobachten" soll. Die Behörde solle mit den Ressourcen und mit dem notwendigen Wissen ausgestattet werden – beispielsweise mit türkischen Sprachkenntnissen.

Erst am 11. April hat der Grüne Bundesratsabgeordnete David Stögmüller eine parlamentarische Anfrage zu den "Grauen Wölfen" eingebracht. Die Grünen möchten wissen, ob diese als extremistische Bewegung eingestuft werden. "In Österreich treten die 'Grauen Wölfe' immer mehr durch Zeigen ihrer Fahne oder den sogenannten Wolfsgruß an die Öffentlichkeit. Getarnt in harmlos klingenden Vereinsstrukturen unterwandern sie seit Jahren die österreichische Parteipolitik", heißt es in dem Anfragetext.

Zweiter türkischer Verein unter Druck

Erst vergangene Woche ist der türkische Moscheeverein Atib mit Kriegsspielen mit Kindern in die Schlagzeilen geraten. Bilder aus einer Atib-Moschee im 20. Wiener Gemeindebezirk zeigen, wie die Kinder die historische Schlacht von Çanakkale (im Deutschen als Schlacht von Gallipoli bekannt) nachspielen mussten. Die Bundesregierung prüft derzeit eine Auflösung des Vereins.

Nun steht neben Atib auch die Türkische Föderation in der Kritik. Auch sie betreibt in Österreich mehrere Moscheen. Laut Falter gibt es aus einer ihrer Räumlichkeiten in Salzburg Aufnahmen von Kindern, die vor einer Wolfsfahne um einen Tisch sitzen. Auch in Wien, Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg soll es in Gebäuden der Föderation zu derlei Agitationen gekommen sein. So zum Beispiel im Café Göktürk in der Wiener Märzstraße, wo der Cafébetreiber mit 14 jungen Männern mit dem Wolfsgruß posiert.