Politik | Inland
26.02.2018

Kern: "Haben FPÖ zum dritten Mal in Folge auf Platz drei verwiesen"

Wahldeuten am Tag danach: Das Ergebnis in Tirol stimmte SPÖ-Chef Kern beinahe euphorisch.

Profitiert die SPÖ - wie schon unter Schwarz-Blau I - vom Bundes-Oppositionsbonus?

Bei der Landtagswahl in Tirol am vergangenen Wochenende konnten die Sozialdemokraten jedenfalls ein Plus von dreieinhalb Prozent für sich verbuchen. Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik bescherte der Partei einen noch deutlicheren Zuwachs als vier Wochen zuvor in Niederösterreich. In beiden Ländern konnte die SPÖ den zweiten Platz gegen die FPÖ verteidigen, was letztlich ja auch bei der Nationalratswahl noch gelungen war.

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Parteichef Christian Kern zeigte sich von diesen Ergebnissen begeistert. Im Ö1 Morgenjournal sprach er am Montag von einem "hervorragenden Ergebnis" für die Tiroler SPÖ. "Der Aufwärtstrend der Sozialdemokratie setzt sich fort", meinte er in Bezug auf die Nationalratswahl, Niederösterreich-Wahl und eben Tirol.

Mit dem jüngsten Ergebnis sei es gelungen, "die FPÖ zum dritten Mal in Folge auf Platz drei zu verweisen - ein Zeichen dafür, wie stark die Sozialdemokratie in ganz Österreich ist". So klingt also der neue Anspruch der SPÖ.

Bei einer möglichen Koalition sei eine deutliche sozialdemokratische Handschrift wesentlich, erklärte Kern - hierfür sehe er in Tirol "viele Anknüpfungspunkte".

Enttäuschte Wähler

Dass sie von der Rolle der Oppositionspartei im Bund bei den Wahlen profitiert, erlebte die SPÖ schon 2000 bis 2006. Nach einer langen Serie von Misserfolgen - während des Aufstiegs der Haider-FPÖ - bescherten ihr diese Rolle und die Enttäuschung der Wähler über die Regierungsperformance von FPÖ/BZÖ eine Phase der Erholung.

Mit der Wiedererrichtung der Großen Koalition 2006 war diese jäh zu Ende. Seither war es mit der SPÖ fast ausnahmslos bergab gegangen - ausgenommen nur die Kärnten-Wahl 2013, wo die SPÖ mit +8,4 Punkten der skandal- und krisengeschüttelten FPÖ Platz 1 und den Landeshauptmann wieder abjagte. Ob sie sich dort behaupten kann, wird die Kärntner Landtagswahl nächsten Sonntag zeigen.

Der Politikwissenschaftler Anton Pelinka bremste im Morgenjournal allerdings Kerns Euphorie: Ein Trend sei noch nicht abzulesen, das könne man erst nach der Wahl in Kärnten am 4. März abschätzen.