Politik | Inland
18.07.2017

Flüchtlinge: Italiens Rechtspopulisten mit Kurz solidarisch

Matteo Salvini, Chef der ausländerfeindlichen Lega Nord, sagt, dass Österreich im Recht sei, die "Flüchtlingsinvasion" muss gestoppt werden.

Nach den verbalen Auseinandersetzungen zwischen der österreichischen und italienischen Regierung zeigt sich der Chef von Italiens ausländerfeindlichen Oppositionspartei Lega Nord, Matteo Salvini, mit Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) solidarisch. "Österreich ist im Recht, das Problem liegt an Italien, das die Außengrenzen schützen muss", so Salvini nach Angaben italienischer Medien.

"Das Problem ist nicht, mit den Österreichern zu streiten, sondern sie zu beruhigen. Das kann man nur tun, indem man die Flüchtlingsinvasion stoppt. Wäre ich ein Schweizer Minister würde ich genau wie die Österreicher reagieren. Das Problem der Flüchtlingsinvasion könnte man in einer Woche lösen", sagte Salvini. Er bezog sich dabei auch auf eine Sperre italienischer Häfen.

Wer ist Matteo Salvini?

Der Mailänder, der noch in diesem Sommer ein Treffen mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache plante, hat vor fast vier Jahren das Ruder der skandal-gebeutelten Lega Nord übernahm und sie tief greifend umstrukturierte. Er nutzt gern provokative Slogans, um sich bei der desorientierten Wählerschaft Gehör zu verschaffen. Er wollte eine Rassentrennung bei Flüchtlingen durchführen und sagte, dass es schon einen Grund habe, warum Roma und Sinti als Diebe beschuldigt werden.

Der Frontmann der italienischen Rechten inspirierte sich an der französischen Front National, mit deren Chefin Marine Le Pen er beste Beziehungen unterhält. Auch mit der FPÖ sind Salvinis Kontakte exzellent. "Ich sage nur, was jeder vernünftige Italiener denkt", pflegt Salvini zu sagen.

Schon als 17-Jähriger trat er der Lega Nord bei. Damals wurde noch für die Abspaltung Norditaliens vom Rest des Landes gekämpft. Als Stadtrat in Mailand tat sich Salvini mit Kampagnen gegen Moscheen und gegen Roma-Siedlungen hervor, als EU-Parlamentarier wetterte er in Straßburg gegen das Europa der Technokraten, das Kleinunternehmer und Handwerker in den tüchtigen Regionen Norditaliens erdrossle.