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Politik Inland
12/05/2011

Hypo: "Bank viel zu schnell gewachsen"

Der Industrielle Herbert Liaunig stand als Zeuge im Hypo-U-Ausschuss. Die Bank sei nach seiner Sanierung zu schnell gewachsen, sagt er.

Kein gutes Gefühl sei es, wenn man die Entwicklung der Hypo beobachte, der man zehn Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender vorgestanden sei, resümierte der Industrielle, Sanierer und Kunstsammler Herbert Liaunig als Zeuge am Donnerstag im Hypo-Untersuchungsausschuss im Kärntner Landtag. Er war 1989, als die Bank vor der Pleite stand, innerhalb eines halben Tages inklusive Telefonaten und Landtagsbeschluss zum Vorsitzenden gemacht worden. "Es war eine ehrenvolle und herausfordernde Aufgabe, ich habe dafür auch einen Orden bekommen."

In seiner Ära bis 1999 sei die Hypo saniert worden, hätte Geschäfte in Italien und Slowenien begonnen, sei danach aber viel zu rasch gewachsen: "Für die Expansion nach Südosteuropa fehlte es an fremdsprachigen Personalressourcen, da musste man sich auf Externe verlassen. Außerdem war das Eigenkapital meiner Meinung nach unzureichend und auch das Risikomanagement ungenügend. Davor habe ich 2003/2004 gewarnt." Der Vorstand sei jedoch sehr optimistisch gestimmt gewesen.

Landeshaftungen

In Liaunigs Zeit fiel auch die Debatte um die Landeshaftungen: "Da es immer besser lief, war es klar, dass das Land die Haftungen übernimmt. Es ging dabei nicht um das Risiko, sondern nur um den Ertrag für das Land durch die Haftungsprovisionen." Landeshaftungen seien auch für das Rating der Bank wichtig gewesen. Die Haftungen betrugen 24 Milliarden Euro, derzeit stehen sie bei rund 19 Milliarden.

Landes- und Bundesaufsicht hätten damals "sehr tolerant" agiert: "Es gab keine kritischen Fragen. Allerdings gab es auch keine Probleme." Eine Intervention von politischer Seite sei unter ihm nur einmal bezüglich einzelner Kündigungen erfolgt: "Dann hab' ich mit einer Pressekonferenz und meinem Rücktritt gedroht - und das war's." Die 2010 erfolgte Notverstaatlichung der Bank mit zehn Milliarden "fauler Kredite" sei laut Liaunig die einzige Lösung gewesen: "Sonst hätte sie wohl niemand haben wollen." Und er regte an: "Man sollte die Verantwortung trennen: Was ist unter dem Kärntner Vorstand passiert und was nach Übernahme durch die Bayern."