Politik | Inland 09.04.2018

Hofers neuer blauer Strippenzieher

© Bild: Sreenshot Heimo Lepuschitz (FPÖ)

Weil die Medienarbeit der blauen Regierungsmannschafft so gar nicht in die Gänge kommt, soll es ein PR-Profi nun richten.

Viel ungeschickter als die Freiheitlichen hätten man kaum den „Kampf“ gegen die AUVA aufnehmen können (siehe Seite 3) . Statt dem Wahlvolk klar zu machen, dass künftig Verwaltungskosten eingespart und das Service verbessert wird, preschte Sozialministerin Hartinger-Klein bekanntlich vor und setzte nur eine Botschaft ab: sie rechne damit, dass die AUVA aufgelöst wird. Ein Musterbeispiel von misslungener politischer PR.

Damit das nicht mehr, oder nicht mehr so oft, auf freiheitlicher Regierungsseite passiert, haben sich die Blauen nun einen Profi ins Team geholt: Heimo Lepuschitz wird die FPÖ-Regierungskommunikation aus dem Büro von Infrastrukturminister und Regierungskoordinator Norbert Hofer steuern. In einer „servicierenden und unterstützenden Funktion nach außen und innen“, wie er dem KURIER erklärt.

Lepuschitz kann auf eine „klassische“ FPÖ-Karriere verweisen: sozialisiert in der FPÖ, nach der Spaltung beim BZÖ (Sprecher von Jörg Haiders Schwester Ursula Haubner) , nach dessen Ende freier PR-Experte. Und jetzt eben wieder bei der FPÖ.

Dabei hatten sich Kommunikationsprofis schon gewundert, warum die FPÖ-Führung nicht früher auf die Idee gekommen ist, einen PR-Profi ins Team zu holen. Eine Rolle, die in der Volkspartei von Sebastian Kurz seit Jahren Gerald Fleischmann einnimmt. Fleischmann gilt als Mastermind hinter Kurz’ Wahlkampf und der professionellen Medienarbeit. Auf diese blicken die Blauen neidvoll seit Wochen, wie auch auf ihre (leicht) sinkenden Umfragedaten und jene (leicht) steigenden der Volkspartei. Wie Fleischmann muss Lepuschitz nun den Kollegen der blauen Ministerkabinette sagen und den blauen Ministerinnen und Ministern empfehlen, was wann warum und wie kommuniziert wird – wohl in enger Absprache mit Fleischmann.

Launsky bleibt

Konflikte mit Regierungssprecher Peter Launsky-Tieffenthal sind mit Lepuschitz’ Engagement übrigens nicht zu erwarten. Der nimmt mehr die Funktion eines journalistischen Puffers ein, der lange und höflich alles erklären kann. Relevant als PR-Experte wird Lepuschitz für die rekordverdächtig vielen blauen Pressesprecher, Social-Media-Beauftragten und Medienreferenten in der Regierung. Bald wird sich zeigen, ob sie nun das PR-Desaster AUVA wieder einfangen können.

Bernhard Gaul

( kurier.at ) Erstellt am 09.04.2018