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Politik Inland
09/09/2019

Grasser-Prozess geht nach Sommerpause weiter

Nach sechs Wochen Pause soll am 104. Verhandlungstag wieder der schwer erkrankte Ernst Karl Plech am Prozess teilnehmen. Wird er im Gerichtssaal erscheinen?

von Ida Metzger

Die Frage des Tages lautet: Erscheint Ernst Karl Plech vor Gericht oder nicht? Mehr als ein Jahr lang musste der mitangeklagte Immobilienmakler, Grasser-Freund  und frühere Buwog-Aufsichtsratspräsident Plech (75) nicht auf der Anklagebank im Großen Schwurgerichtssaal Platz nehmen.  Plech war seit Mai 2018 vom einem Gutachter aus gesundheitlichen Gründen für nicht verhandlungsfähig erklärt worden. Nun wurde Plech erneut untersucht, und der Gutachter kam zu dem Attest: Der gesundheitliche Status quo des Angeklagten sei wieder so gut, dass er am Prozess teilnehmen kann. Die behandelnden Ärzte von Plech sind da allerdings ganz anderer Meinung: Er ist in der Vorwoche wurde dem Immobilientycoon für eine gründliche  Herz-Untersuchung ein Katheder gesetzt. Der Anwalt von Plech will heute einen Antrag auf ein neuerliches Gutachten einbringen. Man darf gespannt sein, wie dieses Match zwischen Plach und Richterin Marion Hohenecker ausgeht.

Grasser spricht am Donnerstag

Was steht in dieser Gerichtswoche noch an?  Heute steht Ex-Kabinettchef Heinrich Traumüller wieder als Zeuge am Programm. Am Mittwoch sind zwei weitere Zeugen geladen, am Donnerstag wird es  spannend, denn die Angeklagten Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger (er feiert dieser Tage seinen 60. Geburtstag) haben längere Stellungnahmen zu den Zeugenaussagen der vergangenen Wochen angekündigt. Meischberger wird sich vor allem auf die Aussage des Belastungszeugen Michael Ramprecht ("Es war ein abgekartetes Spiel") beziehen, der in den Augen der Verteidigung einen Rachefeldzug gegen Grasser fährt.  

30 Verhandlungen bis Jahresende

Anschließend soll die Befragung von Plech auf dem Programm stehen: Sie soll an drei Prozesstagen - 24. bis 26. September - stattfinden.Bis Jahresende sind noch 30 Hauptverhandlungstage angesetzt.  Begonnen hat die Hauptverhandlung bereits  im Dezember 2017. Allerdings ist noch vollkommen offen, wann es eine Urteilsverkündung geben wird. Damit geht die Causa Buwog ins zehnte Jahr.