Bundesweites Screening zur Darmkrebs-Vorsorge kommt 2027
Die große Gesundheitsreform im Rahmen der Reformpartnerschaft der Bundesregierung steht noch aus. In der Zwischenzeit sollen mit einer kräftigen Finanzspritze die vielen Unzulänglichkeit in der heimischen Versorgung zumindest ein wenig abgemildert werden.
Gesundheitsreformfonds heißt das Investitionspaket, mit dem allein 2026 knapp 500 Millionen Euro in das System fließen sollen. Der bereits im Vorjahr beschlossene Fonds speist sich aus jenen Mitteln, die durch die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge der Pensionisten entstehen. Bis 2030 soll das jährliche Volumen auf mehr als 580 Millionen Euro ansteigen.
Nun wurde vereinbart, in welche Projekte die Mittel konkret fließen sollen. Geplant sind drei Schwerpunkte, wie Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) am Freitag bekanntgab:
- Niedergelassene Versorgung: Allein in ihren Ausbau sollen 2026 mehr als 310 Millionen Euro fließen. Noch heuer sollen rund 30 der geplanten Primärversorgungseinheiten (PVE) umgesetzt werden, 2027 sollen dann weitere 60 dazukommen. Der Vorteil für die Patienten sind vor allem die großzügigen Öffnungszeiten in diesen Zentren, in denen Ärzte gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen (Physiotherapeuten, Diätologen etc.) zusammenarbeiten.
- Vorsorge: Sie ist in Österreich nach wie vor sehr schlecht entwickelt. Jetzt soll sie mit jährlich 80 Millionen Euro aus dem Fonds ausgebaut werden. Die klassische Vorsorgeuntersuchung soll einem zielgerichteteren Programm weichen, das stärker auf Alter und Grunderkrankungen der Patienten eingeht, schildert Peter McDonald, Obmann der ÖGK. Künftig soll es auch ein eigenes Einladungssystem geben, weiters individuelle Gesundheitsziele, die der Patient mit dem Arzt vereinbart. Geplant ist weiters ein bundesweites Darmkrebs-Screening-Programm, das bis Ende 2027 aufgebaut werden soll. Ein ähnliches Programm ist auch für Prostatakrebs angedacht.
- Digitalisierung: In diesen Bereich fließen 95 Millionen Euro, etwa in den Ausbau der Telemedizin. Langfristig sollen demnach mehr als ein Prozent aller Arztkontakte digital erfolgen.
Weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau von Frauengesundheitszentren, wie sie bereits in Wien existieren. Insgesamt sollen 53 fachärztliche Zentren errichtet werden. Neben Gynäkologie auch solche für Diabetes, Schmerzen, Dermatologie und Wundmanagement, schildert Andreas Huss, stv. ÖGK-Obmann. Investiert wird auch in den Ausbau der schulärztlichen Versorgung und der Kinder-Zahnmedizin.
Die bereitgestellten Mittel sind an konkrete Zielvorgaben gebunden, wird betont. Für alle Maßnahmen werden messbare Kennzahlen definiert, deren Erreichung regelmäßig überprüft wird. Die Auszahlung der Mittel erfolgt nach konkreten Vorgaben. Damit wird sichergestellt, dass Reformen nicht nur angekündigt, sondern auch umgesetzt werden.
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