Politik | Inland
29.12.2017

FPÖ kritisiert Boykott-Aufruf scharf: "Durchschaubares Manöver"

FPÖ-Generalsekretär Vilimsky spricht von einem "letzten Aufgebot der vereinigten Linken".

Die FPÖ hat den Aufruf zum Boykott von FPÖ-Ministern durch verschiedene internationale Politiker scharf kritisiert. Es handle sich um ein "durchschaubares Manöver" und ein "letztes Aufgebot der vereinigten Linken", urteilte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky am Freitag in einer Aussendung.

Die freiheitlichen Regierungsmitglieder seien "allesamt ehrwürdige, untadelige und kompetente politische Persönlichkeiten", erklärte Vilimsky, der für die FPÖ auch im Europaparlament sitzt. Kein ernst zu nehmender Politiker werde diesem "Zuruf aus der politischen Vergangenheit eine Bedeutung beimessen", hoffte er.

"Erben des Nazismus"

In dem Appell, der am Donnerstag von der französischen Zeitung Le Monde veröffentlicht wurde, heißt es, dass mit der FPÖ "die Erben des Nazismus" eine "Machtstellung in der neuen österreichischen Regierung" erlangt hätten. Gegen den Eintritt der "extrem Rechten" in die österreichische Regierung müsse "resolut" Stellung bezogen werden, betonen u.a. der französische Ex-Außenminister Bernard Kouchner sowie Serge und Beate Klarsfeld, bekannt für ihr Engagement gegen nationalsozialistische Täter und Kollaborateure, oder der frühere Präsident von Osttimor und Friedensnobelpreisträger Jose Ramos-Horta.

Die Untersützer der Erklärung verlangen einen europäischen Boykott, der dazu führen solle, dass kein Minister der "extremen Rechten" von seinem jeweiligen Amtskollegen empfangen wird, heißt es in Le Monde.

Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP) sagte in der ZiB2 des ORF-Fernsehens am Donnerstagabend zu dem Aufruf, er lade alle Kritiker ein, "uns an den Taten zu messen" und "uns dabei zu beobachten, wie wir versuchen werden, dieses Land zu regieren und zu gestalten". Damit könne einiges entkräftet werden.