Politik | Inland
06/17/2019

FPÖ-General über Strache-Comeback: "Man soll niemals nie sagen"

FPÖ-Generalsekretär Hafenecker über die Kandidatur von Philippa Strache, Indizien zur Ibiza-Affäre und die anstehende Wahl.

Wer, wenn nicht Philippa Strache soll sich im Nationalrat künftig für den Tierschutz stark machen, lautet nun die FPÖ-Verteidigungsstrategie. Von Nepotismus, Family-Business, oder gar einem Deal mit Heinz-Christian Strache will FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker nichts wissen.

Das seien alles nur „wilde Spekulationen“ und „Mutmaßungen“, blockt der FPÖ-Generalsekretär ab.

„Es geht nicht darum, dass Philippa Strache ein Mandat braucht, sondern darum, dass wir uns für die Nationalratswahlen gut aufstellen. Sie war Tierschutzbeauftragte und sie spricht entsprechende Wählergruppen an“, rechtfertigt Hafenecker ihre Kandidatur. Protestmails oder Wutpostings hätten die FPÖ wegen ihrer Kandidatur keine bekommen.

„Sag niemals nie“

Im zehnminütigen Video, wo Ex-FPÖ-Chef Strache erklärt, warum er sein EU-Mandat nicht annimmt, kündigt er gleichzeitig an, dass es ein Politik-Comeback von ihm geben wird. Das schließt auch Hafenecker nicht aus. Zuerst aber müssen die „Begleitumstände und die Hintergründe“ zum Ibiza-Video aufgeklärt werden.

Wenn hier die Fakten auf dem Tisch liegen, dann soll man „niemals nie sagen“. Auf die Frage, ob Hafenecker den Ex-Vizekanzler gerne als FPÖ-Wien-Spitzenkandidat sehen würde, antwortete er: „Das hätte seinen Charme.“

War BVT auf Ibiza?

Die FPÖ will mittlerweile über Indizien verfügen, dass andere politische Mitbewerber als Auftraggeber hinter dem Ibiza-Video stehen. Die Finca soll schon öfter für geheimdienstliche Operationen in Anspruch genommen worden sein, behauptet Hafenecker im KURIER-Interview. „Es gibt Gerüchte, dass zum selben Zeitpunkt auch Beamte des BVT in Ibiza waren.“

Dass der deutsche Nachrichtendienst BND nichts mit der Operation zu tun habe oder davon nichts gewusst haben soll, kann Hafenecker nicht glauben.

FPÖ vor SPÖ

Zurück zum Wahlkampf: Von einer neuen rot-blauen Achse will Hafenecker nichts wissen, zumal SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner zuletzt eine Koalition mit der FPÖ ausgeschlossen hat. „Ich sehe mich im Moment sehr weit von einer blau-roten Koalition entfernt.“

Der FPÖ-General geht davon aus, dass die SPÖ den Negativtrend nicht stoppen kann und dass die FPÖ über 20 Prozent liegen werde. „Bei der SPÖ bin ich mir da nicht so sicher.“

„Warum eigentlich“: Christian Hafenecker, FPÖ-Generalsekretär  (17.6.,18:30 h) auf schauTV und kurier.at