Politik | Inland
03.04.2017

FPÖ Burgenland will berittene Polizei an Grenze

Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz stellt sich eine Truppe mit 20 Pferden vor, die zusammen mit Soldaten zur Grenzsicherung eingesetzt werden soll.

Die FPÖ wünscht sich für das Burgenland berittene Polizei zur Grenzsicherung. Nach den Vorstellungen von Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz könnte eine Truppe mit 20 Pferden aufgebaut werden. Ankauf der Tiere und laufender Betrieb - Investitionen in die Infrastruktur nicht eingerechnet - würde sich im Budget mit rund 100.000 Euro zu Buche schlagen, schätzte Tschürtz.

Stärken beim Einsatz von berittenen Patrouillen sieht der FPÖ-Politiker etwa in der "erhöhten Sicherheit" für den Reiter - durch die höhere Position lasse sich das Umfeld besser beobachten - sowie in der Geländegängigkeit und bei der vergleichsweise höheren Reichweite in unwegsamem Gelände. Ein weiterer Vorteil sei nicht zuletzt "die beeindruckende Größe", die Pferd und Reiter gemeinsam aufweisen. Dazu komme der "beruhigende Faktor" beim Einsatz von Pferden, meinte Tschürtz am Montag vor Journalisten. Pferde seien beispielsweise auch bei der Polizei in Bayern im Einsatz: "Warum sollte es eine berittene Polizei im Burgenland nicht geben?"

Gewerkschaftsidee

Der Landeshauptmannstellvertreter räumte ein, dass es sich dabei um ein Bundesthema handle: "Trotzdem ist es wichtig, das einmal anzusprechen". Man wolle die Kollegen im Nationalrat bitten, einen Antrag auszuarbeiten, der dann eingebracht werden soll. Die Idee zum Einsatz berittener Polizei habe man von der freiheitlichen Polizeigewerkschaft AUF übernommen.

Bei der Grenzraumüberwachung im Zwischengelände seien im Moment motorisierte Streifen des Bundesheeres eingesetzt und Polizeistreifen, die zu Fuß Patrouille gingen, erläuterte FPÖ-LAbg. Manfred Haidinger. Einen so weiten Raum könne man nicht ohne zusätzliche Hilfsmittel überwachen: "Und da setzt das Pferd ein."

Ausbildung

Fürs Erste könnte der Einsatz von Pferden durch das Bundesheer erfolgen. Das politische Einverständnis vorausgesetzt, könne man binnen 14 Tagen zumindest "zwei oder drei Patrouillen" vom Truppenübungsplatz Hochfilzen ins Burgenland bringen, meinte Haidinger: "Das ist eine Sache der Anordnung". Was die Neuaufstellung einer berittenen Polizeieinheit betreffe, sei die gemeinsame Ausbildung von Pferd und Reiter "wie eine Grundausbildung" und würde zwischen vier und sechs Wochen in Anspruch nehmen.

Bundesheer und Polizei sollten beim Einsatz von berittenen Einheiten zusammenwirken, meinte Tschürtz. Das Heer verfüge mit dem Reitausbildungszug in der Militärakademie über die Möglichkeit, den militärischen Einsatz von Reitpferden wieder aufnehmen zu können, so Tschürtz.

Bei der Polizei in Österreich sei die letzte berittene Einheit 1950 außer Dienst gestellt worden. Sollte man sich mit dem Koalitionspartner SPÖ einigen können, soll die berittene Polizei in das Sicherheitskonzept für das Burgenland aufgenommen werden, das der Landeshauptmannstellvertreter bald präsentieren will.