NEUSTART VON AUSTRIAN AIRLINES ERFOLGT

© APA/HELMUT FOHRINGER / HELMUT FOHRINGER

Politik Inland
05/20/2021

Flugverbote: „Verheerende Folgen für die Wirtschaft“

Luftfahrt warnt vor Reduktion von Kurzstreckenflügen, AUA streicht ab 2028 Graz und Klagenfurt

von Andrea Hodoschek

Aus der Luftfahrtindustrie kommt, wenig überraschend, heftige Kritik am Vorschlag des EU-Kommissars, die Bürger sollten nur einmal im Jahr ins Flugzeug steigen. „Massive Einschränkung der persönlichen Freiheit, zerstört die touristische Entwicklung und verkennt auch völlig die Notwendigkeiten einer globalisierten Wirtschaft“, empört sich Günther Ofner, Vorstand des Flughafens Wien.

Österreich erwirtschafte 60 Prozent seiner Wertschöpfung im Export. Die verheerenden Folgen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt, wenn die Mitarbeiter nicht reisen können, habe die Pandemie leider eindrucksvoll gezeigt.

Günther Ofner

Voraussetzung für eine Reduktion von Kurzstreckenflügen wäre, darin sind sich alle Luftfahrt-Vertreter einig, ein funktionierendes Bahnangebot, davon sei Europa aber meilenweit entfernt. Statt Dirigismus solle die EU-Kommission die Entwicklung -freier synthetischer Kraftstoffe vorantreiben, argumentiert Ofner. Nachsatz: „Wenn Timmermans seine Forderung ernst meint, dann sollten die EU-Kommissare und Abgeordneten das vorleben und selbst nur einmal im Jahr fliegen.“

Umsteigepassagiere

Die AUA hat die Strecken Wien-Linz und Salzburg bereits gestrichen. „Sobald der Koralm- und der Semmering-Basistunnel voraussichtlich 2028 fertig sind, werden auch die Strecken nach Graz und Klagenfurt eingestellt“, kündigt AUA-Chef Alexis von Hoensbroech an.

Die Einstellung dieser Inlandsflüge hatten die Grünen in das staatliche Hilfspaket für die AUA reklamiert. Man müsse sich bewusst sein, dass auf den sehr kurzen Flügen „fast ausschließlich Umsteiger sitzen, die dann von Wien weiter in die Welt fliegen“, gibt Hoensbroech zu bedenken. Biete die AUA diesen Gästen kein schnelles und komfortables Zubringerangebot, „dann fliegen sie künftig stattdessen über Amsterdam oder Istanbul, anstatt mit dem Zug nach Wien zu fahren“.

Die Einstellung Wien-Salzburg habe gezeigt, „dass die Passagiere nicht mit dem Zug nach Wien fahren, sondern mit dem Auto zum Flughafen München. Ob das ökologisch klug ist, sei dahingestellt“, sagt Peter Malanik, Präsident des Luftfahrtverbandes.

Bahn-Ausbau

Magnus Brunner, Luftfahrt-Staatssekretär im Klimaministerium, argumentiert, statt Verboten müssten Anreize geschaffen und auf Innovation gesetzt werden, sonst würden die Klimaziele nicht erreicht.

PRÄSENTATION "ERNEUERBAREN-AUSBAU-GESETZ (EAG)": BRUNNER

Er betont die hohe Bedeutung der regionalen Flughäfen, Kurzstrecken seien für die Anbindung von Regionen wesentlich, aber auch für den Erhalt des Drehkreuzes als Zubringer zu Langstreckenverbindungen. Auf innerösterreichischen Kurzstreckenflügen würden sich großteils Transferpassagiere befinden, von Graz nach Wien beispielsweise 95 Prozent.

Attraktive Bahnfahrpläne seien „besser als Flugverbote. Daher investiert die Regierung bis 2026 mehr als 17 Milliarden Euro in die Bahninfrastruktur“.

Zur Kerosinsteuer sagen Hoensbroech und Malanik, dass die Luftfahrt als einziger Verkehrsträger alle Infrastrukturkosten selbst trage.

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