Politik | Inland
19.07.2017

Flüchtlinge: Zustrom über Mittelmeer in Österreich kaum spürbar

Zahl der Asylanträge ist im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte gesunken. Flüchtlnge, die über die Mittelmeerroute nach Europa kommen, stellen in Österreich kaum Anträge.

Während mit Italien in der Migrationsfrage gerade Eiszeit herrscht (mehr dazu hier), wird in Österreich die Halbjahresbilanz zu den Asylanträgen bekannt. Und sie zeigt: Der starke Anstieg von Flüchtlingen, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, ist in Österreich kaum spürbar.

Die Zahl der Asylanträge ist im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte gesunken. 2016 wurden noch 25.691 Anträge gezählt, heuer waren es 12.490.

Syrer stellen im ersten Halbjahr mit Abstand die größte Flüchtlingsgruppe in Österreich. Von den gesamt 12.490 Anträgen entfielen 4.080 auf Syrer.

Stark nachgelassen hat die Zahl der afghanischen Flüchtlinge, die im Vorjahr noch die Top-Nation bei den Anträgen waren. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum 2016 gaben 8.007 Afghanen Asylanträge ab, heuer waren es bloß 1.971. Damit liegen die Afghanen freilich noch immer auf Platz zwei - vor den Nigerianern und Bürgern Russlands.

Syrer weiter beste Chancen auf Asyl

Bei Flüchtlingen, die über die Mittelmeerroute in Italien landen, handelt es sich in der Regel um Asylwerber aus Afrika. So ging die Zahl der Asylanträge von Nigerianern in Österreich sogar von 926 auf 790 zurück. Von Bürgern Eritreas, ebenfalls an sich eine starke Flüchtlingsgruppe, gab es gerade einmal 35 Anträge, von Asylsuchenden aus dem Sudan gar nur 14, von der Cote d'Ivoire 13.

Was die Asyl-Entscheidungen angeht, wurde im ersten Halbjahr 10.930 Mal Asyl gewährt. Negativ beschieden wurde in 7.049 Fällen. Subsidiärer Schutz wurde 3.593 Mal gewährt, humanitärer Aufenthalt 678 Mal.

Besonders gute Chancen auf Asyl haben unverändert Syrer, die zu fast 91 Prozent positiv beschieden wurden. Auch bei Afghanen gab es (knapp) mehr positive als negative Entscheide. Gleiches gilt für Iraner. Die schlechtesten Chancen auf Asyl haben Nigerianer. Gerade einmal zehn Personen (1,1 Prozent) wurde im ersten Halbjahr Asyl gewährt.

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