Afghanistan crisis - Chaman border crossing

© EPA / STRINGER

Politik Inland
09/13/2021

Flüchtlinge: 78 Prozent der Grün-Wähler lehnen den Kurs des Koalitionspartners ab

Laut einer OGM-Umfrage will die Mehrheit der Unter-30-Jährigen Flüchtlinge aufnehmen.

von Christian Böhmer

Die überwältigende Mehrheit der Grün-Wähler, nämlich 78 Prozent, hält den Kurs von Bundeskanzler Sebastian Kurs beim Flüchtlingsthema für falsch und lehnt ihn ab.

Dieses, in dieser Eindeutigkeit doch bemerkenswerte Ergebnis liefert eine OGM-Umfrage im Auftrag des KURIER.

Für die koalitionsinterne Dynamik ist der auffallend hohe Wert durchaus von Relevanz. Denn das Asyl- und Flüchtlingsthema ist das zwischen Türkisen und Grünen nachweislich umstrittenste Politik-Feld. Nicht von ungefähr wurde für dieses Thema zum ersten Mal überhaupt ein „Modus zur Lösung von Krisen“ in den Koalitionspakt mit aufgenommen. Dieser soll sicherstellen, dass ÖVP und Grüne im Falle unaufschiebbarer Differenzen notfalls gegeneinander im Parlament stimmen können - ohne die Koalition zu beenden.

Zwei Drittel für den Kanzler

Was die Gesamtbevölkerung angeht, ist die Haltung zu Kurz’ Flüchtlingspolitik relativ klar: Fast zwei Drittel der Wahlberechtigten (64 %) halten den rigiden Kurs für richtig, 27 für falsch.

Erwartungsgemäß groß ist die Zustimmung – abgesehen vom eigenen ÖVP-Klientel – unter den freiheitlichen Wählern: 94 Prozent aller FPÖ-Sympathisanten halten die Haltung von Sebastian Kurz für die richtige.

Insgesamt trifft bei der Fragestellung zu, was auch bei anderen Umfragen zu beobachten ist, nämlich: ein auffallend starkes Gefälle zwischen Wählern in der Stadt und am Land.

So halten beispielsweise 70 Prozent der ländlichen Bevölkerung den Kurs des Kanzlers für richtig, in der Stadt ist es nur etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent).

Flüchtlingsaufnahme

Spannende Unterschiede liefert auch die Frage, ob Österreich im Zuge des EU-Resettlementprogramms Afghanen, die mit dem Westen zusammengearbeitet haben, nun als Flüchtlinge aufnehmen soll. Insgesamt ist fast die Hälfte der Österreicher (48 Prozent) dezidiert gegen eine Aufnahme von Flüchtlingen, nur 38 Prozent der Wähler befürworten die weitere Aufnahme von Afghanen, die in Bürgerrechtsbewegungen oder in einer anderen Art für den Westen tätig waren.

Eine Gruppe fällt bei dieser Frage freilich aus dem Rahmen: die Jungen. Denn unter den unter 30-jährigen Wählern ist eine absolute Mehrheit (57 Prozent) für die Aufnahme von solch spezifischen Flüchtlingen.

Zum Vergleich: Unter den Pensionisten beträgt diese Zustimmung gerade einmal 32 Prozent. Und vergleicht man Wähler, die in der Stadt leben mit jenen aus ländlicheren Regionen, so ist – einmal mehr – ein deutlicher Unterschied (29 % Land, 48 % Stadt) zu bemerken.

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