Politik Inland
02/19/2021

Emotionaler Auftritt: Ex-ZiB-Star leidet an Corona-Spätfolgen

Danielle Spera hatte Corona - mit mildem Verlauf. Erst zwei Monate nach der Infektion traten schwerere Symptome auf.

Vor etwa einem Jahr wurden auch in Österreich die ersten Corona-Fälle publik. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) lud deshalb am Freitag zur Rück- und Vorschau nach einem Jahr Pandemie. Überraschung: Auch Danielle Spera war bei der Pressekonferenz vor Ort. Die bekannte Ex-ZiB-Moderatorin und nunmehrige Leiterin des Jüdischen Museums sprach über ihre Corona-Erkrankung und Spätfolgen.

Sie habe es für "ausgeschlossen gehalten", dass sie sich jemals mit Covid infizieren würde, so Spera. Hygiene, Händewaschen, Sport: Sie tat alles, um eine Infektion und einen schweren Verlauf zu vermeiden. Jetzt sei sie "eine dieser 440.000", die es doch erwischt hat. "Angesteckt wurde ich erwiesenermaßen auf einer Dienstreise, im Flugzeug", erzählte Spera.

Ihr Krankheitsverlauf sei "relativ mild" gewesen: vier Tage hohes Fieber, vier Tage sehr starke Rückenschmerzen. Mit fiebersenkenden Medikamenten und Schmerzmitteln habe sie die Symptome bekämpft. "Währenddessen ist es meinem Mann immer schlechter gegangen. Er musste letztendlich dann nach zehn Tagen ins Spital, war dort eine Woche." Ihr sei es indes "wieder gut" gegangen, sie habe sich fit gefühlt.

"Es gibt kein Muster"

Leider hielt dieser Zustand nicht an. "Zwei Monate später kamen dann die Atemprobleme, der Geschmacks- und Geruchssinn ist bis heute nicht zurückgekommen. Das ist etwas, das ich vollkommen unterschätzt hatte: Dass es Langzeitfolgen von Covid geben kann." Sie sei sehr glücklich darüber, dass sich die Medizin das Phänomen "Long-Covid" nun näher anschaue.

Langzeitfolgen können einen Großteil des Körpers und viele Organe betreffen. Heikel und kompliziert daran ist, wie auch Spera betonte: "Es gibt kein Muster." Es könne jeden Menschen jeder Altersgruppe anders betreffen.

Ab wann sich welche Spätfolgen einstellen

Eine Studie von US-Forschern, veröffentlicht im Fachmagazin Jama Network, teilt die Covid-Erkrankung in zwei Phasen nach der Infektion auf. Zwischen der zweiten und vierten Woche nach der Erkrankung kommt es nur selten zu Spätfolgen. Wenn, sind diese brandgefährlich. Eine überschießende Immunreaktion des Körpers sorgt für Entzündungen in unterschiedlichen Organen: Niere, Herz, Lunge. Das kann bis zu einem Organversagen und damit zum Tod führen.

Bei Symptomen, die ab der vierten Woche nach der Infektion auftreten, spricht man von "Long Covid" oder "Post Covid". Sie können auch nach milden Verläufen auftreten. Hier gibt es ganz unterschiedliche Spätfolgen: starke Erschöpfung, Atemnot, Husten, Gelenkschmerzen, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Wie lange diese "Long Covid"-Symptome andauern und wie sie sich entwickeln, ist noch nicht ausreichend erforscht.

Wie viele Infizierte sind von Langzeitfolgen betroffen? Die Studienlage spuckt sehr unterschiedliche Ergebnisse aus, die von zehn bis gar 70 Prozent reichen.

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