Syrien, Türkei, Bosnien: Einbürgerungen im ersten Halbjahr um 17 Prozent gestiegen
Zusammenfassung
- Im ersten Halbjahr erhielten 13.700 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft, das waren um 17 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, darunter 3.950 mit Wohnsitz im Ausland.
- Der stärkste Zuwachs entfiel mit plus 55 Prozent auf Ehepartner und Kinder, während die meisten Einbürgerungen auf langjährigem Wohnsitz, Deutschkenntnissen und nachhaltiger Integration beruhten.
- Mehr als zwei Drittel der Eingebürgerten hatten einen Rechtsanspruch, während unter den in Österreich lebenden Eingebürgerten Syrerinnen und Syrer, Menschen aus der Türkei und aus Afghanistan die größten Gruppen stellten.
Die Einbürgerungen sind heuer im ersten Halbjahr um beinahe ein Fünftel gestiegen. Laut Statistik Austria wurde die österreichische Staatsbürgerschaft an 13.700 Personen verliehen, davon an 3.950 mit Wohnsitz im Ausland. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum waren das um 2.035 bzw. 17 Prozent mehr Einbürgerungen.
Mit 55 Prozent gab es den höchsten Zuwachs bei Einbürgerungen von Ehepartnern und Kindern. „Die meisten Neo-Österreicher:innen wurden aufgrund ihres langjährigen Wohnsitzes in Österreich, nachgewiesenen Deutschkenntnissen und nachhaltiger Integration eingebürgert“, erklärte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria. Die Einbürgerungen von Personen, die seit mindestens sechs Jahren in Österreich leben, stiegen auf 4.829 (plus 32 Prozent).
Unter den im ersten Halbjahr Eingebürgerten, die in Österreich leben (9.750 Personen), kamen mehr als die Hälfte (53 Prozent) aus einem der folgenden fünf Staaten: Syrien (2.319 bzw. 24 Prozent), Türkei (1.058 bzw. 11 Prozent), Afghanistan (968 bzw. 10 Prozent), Iran (433 bzw. 4 Prozent) sowie Bosnien und Herzegowina (407 bzw. 4 Prozent).
Beinahe die Hälfte Frauen
Fast die Hälfte der Einbürgerungen waren Frauen (6.692 bzw. 49 Prozent). Rund ein Drittel der Neo-Österreicher:innen war unter 18 Jahre alt (4.429 bzw. 32 Prozent). Mehr als ein Fünftel wurde in Österreich geboren (3.080 bzw. 22 Prozent). Die Zahl jener, die in Österreich wohnen und die Staatsbürgerschaft erhielten, wuchs im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres um 34 Prozent an.
In acht Bundesländern wurden mehr Personen eingebürgert als in der ersten Jahreshälfte 2025. Die relative Zunahme der Einbürgerungszahlen war in Kärnten (plus 93 Prozent auf 418 Personen) am deutlichsten, gefolgt von Wien (plus 60 Prozent auf 3.333), Niederösterreich (plus 45 Prozent auf 1.871), Vorarlberg (plus 36 Prozent auf 648), Steiermark (plus 27 Prozent auf 1.193) und Tirol (plus 24 Prozent auf 725). Weniger Einbürgerungen gab es gegenüber dem Vorjahreszeitraum in Oberösterreich (minus 16 Prozent auf 1.028).
Mehr als zwei Drittel mit Rechtsanspruch
Mehr als zwei Drittel der Eingebürgerten hatten einen Rechtsanspruch (9.696 Personen bzw. 71 Prozent). Darunter waren 4.829 Personen bzw. 35 Prozent, die nach mindestens sechsjährigem Wohnsitz in Österreich und aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen eingebürgert wurden. 428 Personen erhielten aufgrund der Ehe mit einer Österreicherin oder einem Österreicher sowie 294 Personen aufgrund eines mindestens 15-jährigen Wohnsitzes in Österreich und nachhaltiger Integration die österreichische Staatsbürgerschaft. Weitere 756 Personen bekamen sie im Ermessen, darunter 717 Personen nach mindestens zehnjährigem Wohnsitz sowie 39 Personen aufgrund außerordentlicher Leistungen im Staatsinteresse.
Gruppe der politischen Verfolgten des Nationalsozialismus und deren Nachkommen sank um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Von Jänner bis inklusive Juni erhielten vier politisch Verfolgte des Nationalsozialismus und 3.923 Nachkommen von politisch Verfolgten die österreichische Staatsangehörigkeit. Von diesen lebten alle bis auf zwölf Personen im Ausland. Die meisten kamen aus Israel (1.880 bzw. 14 Prozent), gefolgt von den Vereinigten Staaten (1.233 bzw. 9 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (425 bzw. 3 Prozent).
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