Armee: Drohnen als eigene Teilstreitkraft?
„Drohnen haben das Wesen des Krieges nicht verändert, aber: Sie haben das Gefecht verändert.“
Das sagt Österreichs oberster Heerespilot, „Airchief“ Gerfried Promberger.
Wie massiv die unbemannten Fluggeräte den Weltenlauf beeinflussen, davon zeugen die Ukraine und der Nahe Osten Tag für Tag sehr eindringlich. Und derlei war nun auch bei der „DroneVation & Defence“, einer auf unbemannte Fluggeräte spezialisierten Messe in Wien, zu sehen.
Drohnen werden vielfach in der Luft eingesetzt, sie können aber auch im Wasser oder – als Kettenfahrzeuge – am Land agieren. Sie fliegen im Schwarm oder allein, sie tragen Sensoren, um Landstriche zu überwachen und/oder sind mit Waffen ausgestattet.
Für Promberger ist die Bedeutung der unbemannten Geräte mittlerweile derart umfassend, dass sie neben den Luft-, Wasser- und Bodenstreitkräften als eigene Teilstreitkraft bezeichnet werden könnten. „Die Ukraine hat seit 2024 eine Teilstreitkraft ,Unbemannte Systeme’“, sagt Promberger. „Und sie hat allein in diesem Bereich 100.000 Soldaten.“
Asymmetrie
Eines der großen Themen schlechthin bleibt für die Militärs - und damit auch für die Sicherheitspolitik - die auffallende Asymmetrie der Kosten: Die Zerstörungskraft einer Kampfdrohne ist das eine. Die mittel- und langfristige Herausforderung aber besteht darin, dass man etwa mit kameragebundenen „First-Person-View“-Drohnen selbst hoch entwickelte Gesellschaften finanziell und logistisch massiv herausfordern kann. Denn während Drohnen in Masse und zu geringen Kosten produziert werden können (allein die Ukraine produziert derzeit eine halbe Million FPV-Drohnen pro Monat, Anm.), sind die Ziele, die sie zerstören, um ein Vielfaches teurer.
Dazu nur zwei Rechenbeispiele: Eine FPV-Kampfdrohne, die in der Herstellung 500 bis 1.200 US-Dollar kostet, kann einen Kampfpanzer um vier bis neun Millionen Euro zerstören. Und während eine Geran-2-Drohne rund 20.000 US-Dollar in der Herstellung kostet, sind Patriot-Raketen, die dieses massive Fluggerät vom Himmel holen, rund 3,7 Millionen US-Dollar teuer - pro Stück versteht sich.
Kommentare