Politik | Inland
04.10.2018

Nach 18 Jahren: Donnerstags wird wieder demonstriert

Fast zwei Jahrzehnte danach wird die Donnerstagsdemo gegen die Bundesregierung wiederbelebt.

Vor 18 Jahren war sie die rituelle Ablehnung der Koalition aus ÖVP und FPÖ auf Bundesebene: die Donnerstagsdemo. Vor dem Kanzleramt versammelten sich allwöchentlich Gegner der Regierung Wolfgang Schüssels - flankiert von prominenten Künstlern wie Elfirede Jelinek. Ihren Ausgangspunkt nahmen die regelmäßigen Demos in den einstigen Protesten gegen die Angelobung am Ballhausplatz am 4. Februar 2000, deretwegen die schwarz-blaue Regierung dereinst unterirdisch in die Hofburg zu Präsident Thomas Klestil schreiten musste. Anfangs wurde noch täglich demonstriert - danach jeden Donnerstag. Meist waren Tausende Demonstranten dabei.

Genau dieses Ritual wird nun, fast zwei Dekaden später, wiederbelebt: Via Facebook wurde für den heutigen Donnerstag zur Demo am Ballhausplatz gerufen. Mehr als 5000 Menschen haben im Sozialen Netzwerk bisher zugesagt, mehr als doppelt so viele gaben an, "interessiert" zu sein. Das Motto der Veranstaltung ist angelehnt an einen Spruch des freiheitlichen Verkehrsministers Norbert Hofer: "Ihr werdet euch noch wundern, wer da aller geht!" Die Organisatoren planen auch für kommende Donnerstage "alle möglichen Protestformen", wie es auf Facebook heißt.

Neben Organisationen wie der Armutskonferenz beteiligen sich auch - wie einstmals - prominente Künstler: Nobelpreisträgerin Jelinek ist ebenso dabei wie "Tatort"-Star Harald Krassnitzer und Erni Mangold.