"Lage ist ernst": Gipfeltreffen zu Deepfakes
"Die Lage ist ernst. Wir sehen beinahe täglich Fälle von Gewalt gegen Frauen", sagt Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) am Donnerstag vor einem Gipfeltreffen zum Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen. Holzleitner will diesen rasch zur Umsetzung bringen. Dafür steht ein Austausch mit Expertinnen an – zusammen mit Medienminister Andreas Babler, Justizministerin Anna Sporrer (beide SPÖ), Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) und Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos).
Im Zentrum des Treffens steht vor allem die Reform des Verbots sexualisierter Deepfakes. Die genaue Formulierung des Tatbestandes wird vom Justizministerium ausgearbeitet. "Wenn es nach mir geht, soll das heuer noch passieren", sagt Sporrer.
Konkreter Anlass der Debatte: "Wir haben einen Showman gesehen, der über Jahre hinweg von seiner Partnerin unerwünschte Bilder erstellt hat", meint Holzleitner. Hintergrund: Jahrelang soll Christian Ulmen ein Fake-Profil seiner Ehefrau, der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes, gemacht, damit Männer in ihrem beruflichen Umfeld kontaktiert und ihnen gefälschte Nacktbilder geschickt haben.
Weitere Gipfeltreffen
In weiteren Roundtables werden zudem Maßnahmen gegen Femizide, Medien und ihre Verantwortung in der Berichterstattung sowie Machtmissbrauch in Kunst, Kultur, Sport und Medien behandelt.
"Über die unterschiedlichsten Ressorts arbeiten wir ganz, ganz eng zusammen, im Sinne der Frauen", betont Holzleitner. Die Vorschläge sollen dann zügig in den parlamentarischen Prozess kommen. Wiederkehr meint, vor allem auf Prävention an Schulen setzen zu wollen – unter anderem über einen Videowettbewerb.
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