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Politik Inland
08/06/2021

Corona-Tests kosten den Staat bis Jahresende bis zu 1,8 Milliarden

Im Gesundheitsministerium will man die Lage im Herbst neu bewerten, kostenlos bleiben werden die Tests aber jedenfalls für nicht impfbare Menschen.

Sollen Corona-Tests bald kostenpflichtig werden? Zumindest für Nicht-Geimpfte? Diese Fragen beschäftigen derzeit Österreichs Innenpolitik.

Nach den Rufen aus einigen ÖVP-geführten Bundesländern sowie aus der niederösterreichischen Ärztekammer hat auch Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres für ein Ende der Gratis-Tests plädiert. Szekeres sieht in kostenpflichtigen Tests einen Weg, die nachlassende Impfbereitschaft anzukurbeln. Doch da ist noch ein weiterer Aspekt: Der der Kosten für die Steuerzahler.

Denn die Tests sind für den Staat auf Dauer kostenspielig. Mit Stand Donnerstag wurden in Österreich laut Daten des Gesundheitsministeriums bisher 68,2 Mio. Tests im Rahmen von Screenings oder in Teststraßen durchgeführt. Dazu kommen noch 11,7 Mio. Tests in Apotheken, 5,6 Mio. Tests in Betrieben und 35,9 Mio. Schultests. Bis Jahresende geht man im Gesundheitsressort von Kosten zwischen 1,5 und 1,8 Mrd. Euro aus, exklusive Schul- und Betriebstestungen. Die Kosten pro Test sind unterschiedlich, in den Apotheken liegen sie bei 25 Euro pro Stück.

Voraussetzung für das Aus des Gratis-Tests sei laut Szekeres, dass jeder die Möglichkeit hatte, sich impfen zu lassen. "Ich sehe nicht ein, warum die Allgemeinheit diese doch sehr kostspieligen Tests zahlen muss, wenn Menschen sich weigern, die Gratis-Impfung in Anspruch zu nehmen. Die Impfungen sind von der europäischen Zulassungsbehörde streng kontrolliert worden, sind bei uns zugelassen, sind sicher und wirkungsvoll - und ich glaube, es sollte sich jeder nach Möglichkeit impfen lassen."

Im Gesundheitsministerium will man die Lage im Herbst neu bewerten, kostenlos bleiben werden die Tests aber jedenfalls für symptomatische Personen und nicht impfbare Menschen.

Die SPÖ spricht sich indes strikt gegen kostenpflichtige Tests aus. Parteichefin Pamela Rendi-Wagner warnte am Freitag, dass es dafür zu früh sei. In Zypern seien nach Einführung der kostenpflichtigen Tests um drei Viertel weniger Tests durchgeführt worden. Das habe gefährliche Folgen.

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