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Politik Inland
03/21/2020

Köstinger wiederholt Aufruf zu außerordentlichem Zivildienst

Bislang 1400 fixe Zusagen für Zivildiener, die erneut Zivildienst leisten wollen.

von Christian Böhmer

Die Bundesregierung hat am Samstag ihren Appell wiederholt, sich zu einem zusätzlich freiwilligen, also einem "außerordentlichen" Zivildienst zu melden.

Gemeinsam mit dem Generalsekretär des Roten Kreuzes, Michael Opriesnig,  erklärte die für den Zivildienst zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger, dass sich die Lage in den nächsten Tagen insbesondere im Bereich der Pflege und Altenbetreuung deutlich verschärfen könnte. 

"Die Situation wird noch fordernder", sagte Köstinger

Um die Versorgung der älteren Menschen sicherzustellen, habe man den "außerordentlichen Zivildienst" ausgerufen, sprich: Ehemalige Zivildiener werden eingeladen, noch einmal Zivildienst zu leisten. 

Bislang habe man dafür 1400 fixe Zusagen, erklärte Köstinger.  

Die Koordination dieser freiwilligen Zivildiener übernimmt das Rote Kreuz

Konkret werden alle außerordentlichen Zivildiener dem Roten Kreuz gemeldet, und dieses verteilt sie an die jeweiligen Landesorganisationen.

Opriesnig wies darauf hin, dass sich idealerweise junge Österreicher melden, die "zumindest zwei bis drei Monate" auch diesen Dienst versehen können und die nicht schon jetzt im Bereich der kritischen Infrastruktur (Gesundheitssystem, Lebensmittelversorgung, etc.) tätig sind.

Köstinger appellierte nicht nur an die männliche Bevölkerung, sich zum Dienst zu melden; sie erinnerte einmal mehr daran, dass in Italien gerade "unzählige" Menschen sterben würden, weil das Gesundheitssystem überfordert sei. 

"Das wollen wir unter allen Umständen in Österreich vermeiden."

Problembereich Pflege

Ein wesentliches Problem besteht darin, dass beispielsweise im Pflegebereich viele ausländische Hilfskräfte arbeiten, die zum Teil nicht wieder nach Österreich einreisen können oder dürfen.

"Einige tausend werden in den nächsten Tagen fehlen", sagt Köstinger

Die Pflege in Österrreich steht vor großen Herausforderungen

Die Bundesregierung hat bereits versucht, dem drohenden Engpass im Gesundheitssystem sowie bei der Alten- und Pflegebetreuung gegenzusteuern, indem derzeit im Dienst stehende Zivildiener um weitere drei Monate verlängert werden.

Zusätzlich zu den außerordentlichen Zivildienern, die in Bälde Dienst versehen sollen, wurde auch umgeschichtet.

Ein konkretes Beispiel: Zivildiener, die bislang in Kindergärten beschäftigt waren, werden nun nach Möglichkeit im Pflege- und Gesundheitssystem eingesetzt. 

Genug Blutspender

Eine positive Nachricht konnte Opriesnig in Sachen Blutkonserven vermelden: "Die Bereitschaft zum Spenden ist nach wie vor sehr hoch", sagte der Generalsekretär des Roten Kreuzes. Da der Bedarf an Konserven derzeit leicht rückgängig sei, habe man bislang keine Schwierigkeiten, ausreichend Blut für Notfälle zur Verfügung zu stellen. 

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