Pilnacek-Suizid bestätigt: Schluss mit den Mord-Spekulationen!

Nachdem die Todesursache fest steht, darf sich das Parlament nun mit voller Kraft einer viel wichtigeren Frage widmen.
Christian Böhmer
Pilnacek-Suizid bestätigt: Schluss mit den Mord-Spekulationen!

Christian Pilnacek ist ertrunken. Und er hat sich großer Wahrscheinlichkeit selbst das Leben genommen.

Was seit Jahren klar ist, hat die Chefin der Innsbrucker Gerichtsmedizin nun einmal mehr für die Staatsanwaltschaft Eisenstadt festgehalten.

Auf 110 Seiten arbeitet Elke Doberentz in einer Art Meta-Gutachten alle existierenden Expertisen und Stellungnahmen ab (mehr dazu hier). Vom offiziellen Gerichtsgutachten bis zu den Einschätzungen und Stellungnahmen privater Experten im In- wie Ausland.

Für einen Unfall oder ein Tötungsdelikt gibt es aus gerichtsmedizinischer Sicht „keine Anhaltspunkte“, schreibt sie nüchtern. 

Und damit sollte diese Frage nun endlich erledigt sein - insbesondere für den gleichnamigen Untersuchungsausschuss. 

Dessen vordringlicher Auftrag besteht ja nicht darin, die Arbeit von Polizei oder Justiz vor Ort zu hinterfragen (das wäre der Job von Vorgesetzen, Dienstaufsicht, etc.). Vielmehr haben die Parlamentarier zu prüfen, ob die vor Ort tätigen Behörden unbeeinflusst arbeiten konnten, oder ob sie von politisch motivierten Akteuren behindert oder eingeschränkt worden sind.

Stimmt schon: Im Vergleich zu intimen Details wie der Hautfarbe des Leichnams oder dem exakten Ablauf des Selbstmordes ist das Thema der "politischen Einflussnahme" ein nicht ganz so fesselndes. 

Im Endeffekt geht es aber um eine der Grundsatzfragen im Rechtsstaat, nämlich: Kann ich als Staatsbürger darauf vertrauen, dass die Behörden  neutral und unparteiisch agieren? Und diese Frage ist um Welten wichtiger als pikante Details eines prominenten Todesfalls.

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