Flüchtlingskoordinator Christian Konrad

© Kurier/Juerg Christandl

Asylwesen
06/09/2016

Konrad hört als Flüchtlingskoordinator auf

Ende September läuft Christian Konrads Mandat aus. "Ich werde so nicht weiter machen", sagt der Ex-Raiffeisen-Generalanwalt.

Der von der Regierung bestellte Flüchtlingskoordinator Christian Konrad hört im Herbst auf. "Ich habe eine Bestellung bis 30.09. und ich werde so nicht weiter machen", sagte er am Donnerstag im Ö1-"Mittagsjournal". Er werde aber bei Bedarf weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zum Brandanschlag auf eine noch nicht bewohnte Flüchtlingsunterkunft in Altenfelden sagte er: "Wir sind betroffen, aber nicht beeindruckt. Wir lassen uns nicht davon entmutigen."

„Sowohl bei der Frage der Quartiere, als auch bei der Integration ist vieles angestoßen wurden. Das ist nun auf dem richtigen Gleis“, sagte Konrad im Gespräch mit dem KURIER. Zudem gebe es neue Führungspersönlichkeiten in der Regierung. "Selbstverständlich bekommen die Verantwortlichen das in Zukunft auch ohne mich hin“, ergänzte Konrad.

Zudem habe er von Anfang an gesagt, nur ein Jahr lang als Flüchtlingskoordinator zu fungieren. Nachsatz: "Es muss nicht jeder immer an seinem Sessel kleben." Bilanz ziehen über seine Tätigkeit wolle er aber noch nicht: "Das tue ich erst im September."

Der ehemalige Raiffeisen-Generalanwalt Konrad war im August 2015 von der Regierung zum Flüchtlingskoordinator bestellt worden, um zwischen Ländern, Gemeinden und Organisationen zu vermitteln. Auch Kampagnen entwickelte er mit, um die Flüchtlingsarbeit besser in den Mittelpunkt zu stellen. Gemeinsam mit Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer präsentierte er am Donnerstag etwa eine neue Website, um freiwilliges Engagement stärker in den Fokus zu rücken (www.helfern-helfen.at). Für Sonntag ist kurzfristig ein Treffen von Organisationen in Salzburg einberufen worden.

Brandanschlag "war ein Schock"

Nach dem Brandanschlag auf das vom Roten Kreuz betriebene Asylquartier in Altenfelden zeigte sich auch Konrad betroffen. "Ja, das war ein Schock", sagte er. "Es war das erste Mal, hoffentlich auch das letzte Mal." Dennoch werde weiter gebaut, bekräftigte der Flüchtlingskoordinator.

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