Politik | Inland
16.01.2019

Chef verlässt internationale Anti-Korruptions-Akademie

Martin Kreutner geht - Ringen um Fortbestand der International Anti-Corruption Academy in Laxenburg (NÖ).

Anfang Dezember machten erste Berichte über das drohende Aus für die internationale Anti-Korruptionsakademie (IACA) im Palais Kaunitz in Laxenburg (NÖ) die Runde. Doch nach einer saftigen Finanzspritze des Bundes kurz vor Weihnachten schien der Fortbestand wieder gesichert. Immerhin schossen Innen- und Finanzministerium sowie das Kanzleramt 544.000 Euro für das Jahr 2018 nach.

Nun dürften neue Finanzsorgen die internationale Organisation mit immerhin 74 Mitgliedstaaten plagen, ist zu hören. Das stärkste Indiz dafür: IACA-Chef Martin Kreutner (Jahrgang 1964) tritt mit Ende Jänner zurück. Das wurde dem KURIER in Regierungskreisen bestätigt.

Kreutner ist ein anerkannter Anti-Korruptionsexperte mit langer Erfahrung in seinem Spezialgebiet.

Vor seiner Bestellung zum IACA-Chef im Jahr 2011 leitete er fast ein Jahrzehnt lang das frühere Büro für Interne Angelegenheiten (BIA) im damals ÖVP-geführten Innenministerium. Dieses ging 2012 im heutigen BAK auf, dem Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung.

Für eine Stellungnahme war Kreutner nicht zu erreichen. Der bisherige Sprecher der IACA, die Aus- und Weiterbildung sowie einen Masterlehrgang anbietet, ist bereits ausgeschieden.

Das Gerücht einer unmittelbar bevorstehenden Pleite der Akademie wird aber in politischen Kreisen in Abrede gestellt. „Angespannt ist die finanzielle Situation der Organisation freilich schon seit ihrer Gründung“, sagt ein Kenner der Materie.

Stets Budgetprobleme

Hintergrund ist: Die International Anti-Corruption Academy hat zwar mehr als 70 Mitgliedstaaten und ist damit rein formal nach der UNO in Wien die zweitgrößte internationale Organisation in Österreich. Doch die jährlichen Mitgliedsbeiträge sind stets freiwillig, und manche Staaten zahlen wenig bis gar nichts. Das Gastgeberland Österreich hat bisher immer den Löwenanteil des Jahresbudgets stemmen müssen.

Ob das auch in Zukunft so sein wird, ist zur Stunde fraglich. Im März soll in einer Fortführungssitzung über die Zukunft der Anti-Korruptionsakademie entschieden werden. Vielleicht muss es auch schneller gehen.