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Politik Inland

Buwog: Grassers Ex-Kabinettschef bringt neuen Tipp-Geber ins Spiel

Wer plauderte? Heinrich Traumüller entlastet den Ex-Finanzminister und erzählt neue Version über den Deal.

09/10/2019, 06:00 PM

Immobilien-Experte Ernst Karl Plech nahm wie erwartet nicht auf der Anklagebank (er machte eine Eingabe gegen ein Gerichtsgutachten, das ihn für verhandlungsfähig erklärte) Platz, dafür entwickelt sich Grassers Ex-Kabinettschef Heinrich Traumüller zum Dauergast im Großen Schwurgerichtssaal. Am Dienstag absolvierte der Zeuge bereits seinen fünften Auftritt im Prozess.

FPÖ-Sprecher im Fokus

Während der Belastungszeuge der Staatsanwaltschaft, Michael Ramprecht, weiterhin von einem „abgekarteten Spiel“ spricht, entpuppt sich Traumüller als Entlastungszeuge für Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser.

Mehr noch: Traumüller rückt einen anderen Beteiligten im Vergabeprozess um die Privatisierung der Bundeswohnungen in den Fokus. Es ist der Öffentlichkeit eigentlich unbekannte Detlev Neudeck. 2004 war Neudeck FPÖ-Bautensprecher, und als dieser hatte er Zugang zu allen relevanten Informationen bei der Buwog-Vergabe.

Traumüller betonte, dass sich Neudeck sehr aktiv in das Vergabeverfahren eingemischt habe, so wie er es in seiner über 30-jährigen Beamtenkarriere nie erlebt hatte. So habe er das „groteske“ Begehr vorgebracht, dass er den Kaufvertrag für die Bundeswohnungen sehe. In Traumüllers Notizen aus dem Jahr 2004 heißt es dazu – Neudeck: Vertrag vorlegen.

Der blaue Ex-Politiker selbst war bereits als Zeuge geladen, wo er viele Erinnerungslücken hatte. Er betonte damals, „keine wesentliche Aufgabe in der Sache“ gehabt zu haben. Während Traumüller sagt, Neudeck sei hundertprozentig bei der Sitzung im Gelben Salon am 7. Juni 2004 dabei gewesen, meint Neudeck, er könne sich an eine Teilnahme nicht erinnern. Bei dieser Sitzung fiel die Entscheidung für eine zweite Bieterrunde, und es wurde die Bietersumme von 960 Millionen Euro genannt, die der Mitbieter CA-Immo damals anbot. Traumüller sprach es am Dienstag vor Gericht nicht expressis verbis aus, aber er insinuierte mit seiner Aussage, dass Neudeck die Summe von 960 Millionen Euro verraten haben könnte.

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