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24.04.2016

Norbert Hofer im Porträt

Großer Erfolg für einen, den eigentlich gar nicht antreten wollte.

Er könnte der jüngste Bundespräsident der Zweiten Republik werden. Dabei war sein Alter just der Grund, wieso Norbert Hofer gar nicht erst antreten wollte. Er sei zu jung, hatte der 45-Jährige immer wieder betont. Dann ließ er sich aber doch von Parteichef Heinz-Christian Strache überreden - sein Wahlkampf geriet zum blauen Marsch Richtung Hofburg. Interessant: Bei den Wählern hat Hofer gerade wegen seines jungen Alters gepunktet.

Hofer war die Überraschung des Wahlkampfs: Er konnte Sympathiepunkte, vor allem via TV, sammeln - auch mit populistischen Plänen, die Bundesregierung bei Reform-Unwilligkeit abberufen zu wollen. Hofer gilt inzwischen als einer der Chefideologen der FPÖ. Nicht umsonst ließ man ihn das neue freiheitliche Parteiprogramm schreiben. Er ist auch einer von Straches Stellvertreter und wurde im Oktober 2013 Dritter Nationalratspräsident.

Dabei stammt der Vater von vier Kindern aus zwei Ehen aus bürgerlichem Umfeld. Sein Vater war ÖVP-Gemeinderat, Hofer selbst wandte sich früh den Freiheitlichen zu, schon mit 24 war der gelernte Flugtechniker und Lauda Air-Beschäftigte Stadtparteiobmann in Eisenstadt, ein Jahr später Landesparteisekretär und der blaue Hoffnungsträger im Burgenland schlechthin. Als sich das BZÖ aus der FPÖ abspaltete, blieb Hofer zur Überraschung mancher den Freiheitlichen treu. Das hat sich für ihn ausgezahlt. Der begeisterte Sportschütze Hofer, der früher auch schon mal seine Glock bei Terminen dabei hatte, schoss in der freiheitlichen Hierarchie rasch nach oben. Inhaltlich gilt Hofer als Sozialexperte mit Schwerpunkt Behindertenpolitik - er selbst ist seit einem Paragleit-Unfall 2003 gehbehindert. Hofer stürzte aus mehreren Metern Höhe ab und verletzte sich dabei an der Wirbelsäule schwer. Der Verunglückte wurde mit dem Notarzthubschrauber nach Graz geflogen und mehr als vier Stunden operiert. Nach dem Unfall blieben zunächst Lähmungserscheinungen zurück, die er in einer mehrmonatigen Rehabilitation überwinden konnte. Heute hat er teilweise noch Schwierigkeiten beim Gehen.

Im Wahlkampf Furore machten auch seine eigenwillige Vorstöße - wie den (mittlerweile revidierten) nach einer Abschaffung des Verbotsgesetzes oder den nach Erforschung von Chem-Trails, letzteres eine Position, die eher von Verschwörungstheoretikern als von Flug-Experten vertreten wird.

Hofer ist in zweiter Ehe verheiratet und Vater von vier Kindern.