Wo Van der Bellen die Wahl gewonnen hat

Wo Van der Bellen die Wahl gewonnen hat
Seine Bestwerte erzielte Alexander Van der Bellen in Wien und Vorarlberg, Hofer punktete im Burgenland.

Die langwierigste Wahl in der Geschichte der Zweiten Republik ist geschlagen, 218 Tage nach dem ersten Wahlgang steht fest: Alexander Van der Bellen zieht als Nachfolger von Heinz Fischer als Bundespräsident in die Hofburg ein. Gewählt haben ihn – Stand vorläufiges Endergebnis ohne Briefwahlstimmen – 2.062.920 Wähler und Wählerinnen, die ihn mit 51,7 Prozent zum Wahlsieger gemacht haben.

Die meisten Stimmen konnte der pensionierte Universitätsprofessor in Niederösterreich sammeln, wo ihn 435.304 Menschen wählten. Hierbei handelt es sich allerdings nur um 49,22 Prozent, weswegen das größte Bundesland an Norbert Hofer ging. In Wien konnte Van der Bellen dagegen 63,6 Prozent der Wähler (423.611 Stimmen) von sich überzeugen. Ein Wert, in dessen Nähe nur Vorarlberg kommt (60,44%).

Wenig verwunderlich liegen die Van der Bellen-Hochburgen im einwohnerstärksten und im westlichsten Bundesland: Unter den Top 10 finden sich mit den Wiener Bezirken Neubau (81,02%), Josefstadt (78,84%), Mariahilf (78,49%), Alsergrund (78,26%) und Wieden (77,2%) gleich fünf der 23 Wiener Gemeindebezirke und mit Lech am Arlberg (78,35%) und Schröcken (78,21%) zwei Ländle-Gemeinden. Sein bestes Ergebnis erzielte der 72-Jährige allerdings in seiner Heimatgemeinde Kaunertal. Dort stimmten 86,4 Prozent der 340 Wähler für den wohl bekanntesten Sohn des Ortes – um 1,26 Prozent mehr als bei der ersten Stichwahl im Mai. Am stärksten zugelegt hat Alexander Van der Bellen ebenfalls in Tirol: In St. Sigmund im Sellrain konnte er sich von 37,93 Prozent auf 58,9 Prozent steigern, ein Plus von knapp 21 Prozentpunkten.

Anders das Bild bei seinem Kontrahenten, dem FP-Kandidaten Norbert Hofer aus dem burgenländischen Pinkafeld. Dort erreichte er zwar immer noch 70,28 Prozent der Stimmen, im Mai lag der Wert noch bei 73,02 Prozent. Immerhin liegen sechs von Hofers zehn besten Gemeinden in unmittelbarer Nähe seiner Heimat: Wiesfleck (83,1%), Grafenschachen (79,19%) und Loipersdorf-Kitzladen (78,4%) im Burgenland sowie Unterlamm (80,56%) und Schäffern (78,41%) und Leutschach an der Weinstraße (79,61%) in der Südoststeiermark. Sein stärkstes Ergebnis – 84,46 Prozent – holte der amtierende Dritte Nationalratspräsident in der Salzburger Gemeinde Muhr im Lungau, sein stärkstes Plus mit zehn Prozentpunkten im Vergleich zur ersten Stichwahl im Tiroler Gramais.

Gramais zeichnet sich darüber hinaus noch an anderer Stelle aus: Als eine von nur sechs Gemeinden im ganzen Land wurde hier keine einzige ungültige Stimme abgegeben. Die anderen: Jungholz, Namlos, Pfafflar, Löruns und Schröcken.

Und auch die Gemeinde mit dem höchsten Anteil an ungültigen Stimmen – Großhofen im niederösterreichischen Marchfeld mit 9,68 Prozent – ist noch in einer weiteren Kategorie Spitzenreiter: Nirgendwo im ganzen Land war die Wahlbeteiligung so hoch wie hier: Mit 55 der 62 Wahlberechtigten machten 88,7 Prozent der Großhofner von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Correctum: In einer früheren Version dieses Artikels wurde Vorarlberg irrtümlicher Weise als einwohnerschwächstes Bundesland (tatsächlich: Burgenland) bezeichnet und Leutschach an der Weinstraße im Burgenland (tatsächlich: Steiermark) verortet.

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