„Ist das Comedy?“: So reagiert das Netz auf Stockers Aussage
Der Bundeskanzler sorgte mit seiner Aussage, dass Kinderbetreuung keine unbezahlte Arbeit sei für zahlreiche Diskussionen und Kritik auf Social Media.
Aussagen von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) im Rahmen seiner Sommertour durch Österreich haben für Empörung der Opposition und darüber hinaus gesorgt. Konkret meinte der Kanzler in Salzburg auf eine Frage aus dem Publikum zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie: „Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit.“
Stocker, der selbst Vater zweier Kinder ist, habe seinen Nachwuchs „nicht als Rechenbeispiel erzogen“, wie er sagte: Immerhin würde Familie für den Politiker bedeuten, dass man etwas tut, „ohne etwas dafür zu bekommen“.
FPÖ und Grüne von Aussage empört
Kritik ließ nicht lange auf sich warten. FPÖ-Chef Herbert Kickl etwa sieht in der Aussage eine „Verhöhnung der Mütter“. Grünen-Bundessprecherin Leonore Gewessler reagierte ebenfalls entrüstet: „Mütter verdienten keine Verhöhnung, sondern eine Entschuldigung“.
Kanzler Stocker besucht Salzburg auf Sommertour
Auch seitens der SPÖ hagelt es Kritik: Frauenministerin und SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner teilte prompt auf Instagram Einblicke in die Zahlen der Statistik Austria. Zwischen 2021 und 2022 hätten rund 65 Prozent der Frauen in Österreich unbezahlte Arbeit geleistet. „Ist das gerecht oder liegt es am Geschlecht?“, fragt sich die Politikerin.
Bundeskanzler wird im Netz kritisiert
Doch nicht nur in der Opposition sorgte Stocker mit seiner Aussage für Aufregung, auch in den sozialen Netzwerken wird sein Sager über Care-Arbeit in der Familie kritisiert.
Zahlreiche User und Userinnen empörten sich über den Bundeskanzler und betonten, dass die Kinderbetreuung vor allem „unerlässliche und entscheidende“ Arbeit sei.
Unter mehreren Beiträgen über die Sommertour des Bundeskanzlers sowie auf seinem eigenen Instagram-Profil lassen Nutzer und Nutzerinnen ihrem Frust freien Lauf, manche fordern gar seinen Rücktritt:
- „Ist das Comedy?“
- „Aussagen wie “Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich“, so Stocker, sind eines Kanzlers nicht würdig! Treten Sie zurück!"
- „'Für mich“ Ja, weil er es wahrscheinlich nicht machen musste"
- “Wie er einfach lächelt in seiner alten weißen Welt. Christian, warum hast du deine Kinder nicht mitgenommen ins Büro, wenn das doch keine Arbeit ist? Warum funktioniert Kinderbetreuung nicht im Home-Office? Wenn das doch nebenbei läuft..."
- “Ich seh seine Arbeit auch nicht als Arbeit, dann sind wir uns ja einig"
- “Wenn größtenteils Männer die Kindererziehung und Care-Arbeit in der Familie leisten würden, würde er das sicher anders sehen …"
- “Wenn Kinderbetreuung keine Arbeit ist, dann soll er bitte einmal eine Woche Kinderbetreuung leisten!!!! Er wird auf jeden Fall nach 3 Tagen abbrechen, weil es zu anstrengend ist!"
Leistung wird „unsichtbar“ gemacht
Der österreichische Gewerkschaftsbund betonte auf Instagram: „Wer Kinderbetreuung nicht als Arbeit bezeichnet, macht genau diese Leistung unsichtbar. Von einem Bundeskanzler erwarten wir, dass er diese Lebensrealität ernst nimmt – statt sie kleinzureden. Kinderbetreuung ist Arbeit.“ Weiters heißt es: „Wer Leistung einfordert, muss auch bereit sein, Leistung anzuerkennen!“
Kommentare