52 Prozent sind für Verlängerung des Wehrdiensts

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) pocht auf rasche Umsetzung. Zufriedenheit mit Grundwehrdienst wächst.
52 Prozent sind für Verlängerung des Wehrdiensts

Wenn es um die von Experten wie dem Verteidigungsministerium gewünschte Verlängerung des Wehrdienstes geht, bekommen die Befürworter jetzt Rückenwind durch eine aktuelle Umfrage. 54 Prozent der Bevölkerung sind laut dem Gallup-Stimmungsbarometer für eine Ausweitung von derzeit sechs Monaten auf das von den Fachleuten vorgeschlagene Modell acht Monate plus zwei Monate Milizübungen. 39 Prozent sprechen sich dagegen aus. 

Ähnlich die Lage beim Zivildienst: 52 Prozent sind für eine Verlängerung auf zwölf Monate, 40 Prozent sind dagegen.

Die repräsentative Umfrage, die am Dienstag vom Verteidigungsministerium präsentiert wurde, erfolgte vor vier Wochen unter 1.000 Personen über 16 Jahren.

Bis dato wurde in dieser Frage innerkoalitionär noch keine Einigung erzielt. „Der parlamentarische Prozess läuft“, sagt Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP). „Er soll angesichts der Weltlage schnell zu einem Ergebnis kommen.“ Geht es nach ihr und der ÖVP soll die Wehrdienst-Verlängerung bereits mit 1. Jänner 2027 schlagend werden. „Ich bin zuversichtlich, dass es zu einer raschen Lösung kommt, weil das Expertenpapier so klar ist. Jede Partei soll ihre Verantwortung wahrnehmen.“

Soziales Lagebild

Präsentiert wurde am Dienstag aber auch das sogenannte „soziale Lagebild“ – eine Bundesheer-interne Umfrage, bei der die Zufriedenheit der Grundwehrdiener, Berufssoldaten und zivilen Mitarbeiter mit ihrem Dienstgeber ermittelt wird. 

Sie hat sich durchaus verbessert. Demnach betrachten 72 Prozent der Grundwehrdiener ihre Ausbildung als wertvoll. Das ist ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021. 80 Prozent bewerten ihre Entscheidung für den Präsenzdienst als richtig, um elf Prozent mehr als 2021. 

Worauf man künftig mehr Wert legen will, ist die Resilienz der jüngeren Altersgruppen, die als Grundwehrdiener zum Bundesheer kommen. Viele leiden aufgrund der multiplen Krisen der vergangenen Jahre unter Vorbelastungen. Nötig sei es, die Ausbildung so zu gestalten, dass sie nicht überfordert werden.  

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