Budgetkrise? Länder und Bund überraschen mit besseren Zahlen
Zusammenfassung
- Die Länder verzeichneten im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von 1,177 Milliarden Euro und lagen damit um zwei Milliarden Euro besser als im Vorjahreszeitraum.
- Besonders Wien, Niederösterreich und Tirol verbesserten ihre Budgetlage deutlich, während der Fiskalrat die Entwicklung trotz noch ausstehender Zahlen ausgelagerter Unternehmen vorsichtig positiv bewertet.
- Auch der Bund liegt bisher über Plan: Die Einnahmen stiegen im ersten Halbjahr um 4,6 Prozent, die Steuereinnahmen liegen 1,7 Milliarden Euro über Prognose, während Österreich weiter im EU-Defizitverfahren steckt.
Das bange Warten von Jahresbeginn, als Finanzminister Markus Marterbauer drei Monate lange nicht wusste, wie groß genau sein Defizit denn nun wirklich ausfällt, ist inzwischen Geschichte.
Die Länder, deren Budgetzahlen zuletzt erst im März vollständig waren - und am Ende ein Defizit von 4,2 Prozent des BIP ergaben - müssen nun ihre Budgetlage monatlich der Statistik Austria übermitteln.
Und so lässt sich schon jetzt durchaus Erfreuliches von der Budgetfront - Österreich steckt ja mitten in einem Defizitverfahren der EU-Kommission - berichten. Laut Standard haben die Länder im ersten Halbjahr 2026 insgesamt zwar ein Defizit von 1,177 Milliarden Euro eingefahren. Das sind allerdings beachtliche zwei Milliarden Euro weniger als im ersten Halbjahr 2025.
Kleines Manko: Die Gebarung ausgelagerter Unternehmen - also etwa landeseigener Krankenanstalten - kann erst später in der Rechnung berücksichtigt werden. Bernhard Grossmann vom Fiskalrat zeigt sich gegenüber dem Standard aber optimistisch: „Die Länder sind im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres deutlich schlechter dagestanden. Jetzt sieht es einmal ganz gut für sie aus.“
Länder und Bund über Plan
Konkret fiel das Defizit im ersten Halbjahr in Wien um rund 600 Millionen Euro niedriger aus als im selben Zeitraum des Vorjahres, in Niederösterreich ist das Defizit 200 Millionen niedriger, in Tirol 400 Millionen.
Leicht besser als prognostiziert sieht es bisher auch im Budgetvollzug des Bundes aus. Die Einzahlungen sollten heuer um 0,4 Prozent leicht wachsen - tatsächlich sind die Einnahmen im ersten Halbjahr aber um 4,6 Prozent gewachsen. Die Steuereinnahmen liegen bisher 1,7 Milliarden Euro über Plan. Vor allem Umsatz- und Einkommenssteuer sprudeln.
Österreich steckt derzeit in einem Defizitverfahren der EU-Kommission.
- Bis 2028 will die Republik zumindest wieder die Grenze auf auf 3 Prozent Neuverschuldung der Wirtschaftsleistung erreichen.
- Heuer sollen es rund 4 Prozent sein.
- Kommendes Jahr sind 3,5 Prozent des BIP prognostiziert.
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