Politik | Inland
27.03.2014

Mölzers krude Gewalt-Fantasien

Schon 1991 sorgte sich der EU-Mann um den Fortbestand der Art.

Was hat Andreas Mölzer bloß gemeint? Was wollte der EU-Spitzenkandidat der FPÖ eigentlich sagen, als er kürzlich davor warnte, die EU drohe zu einem "Negerkonglomerat" zu verkommen?

Wer Fragen wie diese beantwortet haben will, dem bleibt ein Blick auf das Frühwerk des selbst ernannten Intellektuellen nicht erspart. Bereits 1991 veröffentlichte der Wahl-Kärntner eine skurril-krude Erzählung – "Der Graue". Und in dieser schreibt er sich seine Ängste höchst bildhaft von der Seele.

Worum geht es? Der letzte Arier irrt durch ein vom Atomkrieg verwüstetes Land ("das nukleare Schwert des Damokles ist gefallen"), um die letzte Arierin zu begatten. Auf seiner Reise durch die verbrannte Welt vergreift sich "der Graue" mehrfach an nicht ganz so deutschen Damen – den "Bronzehäutigen". Und weil Mölzer die Vergewaltigung eben dieser Frauen allzu plastisch schildert, bekam sein Oeuvre den wenig schmeichelhaften Titel einer "völkischen Selbstbe­fleckungsvorlage" (© H.H. Scharsach) verpasst: "Hart warf er sie zu Boden, wo sie wimmernd liegen blieb. Und nun, da die Bronzehäutige willenlos unter ihm lag, (...) drang er mit einem Ruck in sie ein – und nach einigen heftigen Stößen brach er auf ihr zusammen."

Aus völkischer Perspektive geht im Grauen letztlich alles gut aus: Der Arier findet sein Weibchen, er rettet die Art – und darf sterben.