ÖVP-Angriff auf Kirche: Das Ende einer langen Freundschaft?

ÖVP-Angriff auf Kirche: Das Ende einer langen Freundschaft?
Thomas Schmid dürfte einen hochrangigen Kirchenvertreter bei einem Treffen vorgeführt haben. Was dahinter steckt und wie die Kirche reagiert.

Es ist Fakt, dass die katholische Kirche in Österreich – wie viele andere Kirchen auch – finanzielle Privilegien genießt: jährlich 400 Euro absetzbarer Kirchenbeitrag pro Mitglied, Grundsteuerfreiheit für Tausende Gebäude, hohe Entschädigungszahlungen. Auch die Gehälter von Religionslehrern bezahlt der Staat. 2019 brachte nur die Kirchensteuer 481 Millionen Euro ein.  Thomas Schmid – heute ÖBAG-Alleinvorstand, damals Generalsekretär im Finanzministerium – wollte im März 2019 diese Privilegien hinterfragen. Zumindest steht das in einem Chat mit Kanzler Sebastian Kurz.

Folgendes textete Schmid dem Kanzler vor einem Treffen mit Peter Schipka, dem Generalsekretär der Bischofskonferenz: „Wir werden ihnen ordentliches Package mitgeben Im Rahmen eines Steuerprivilegien Checks aller Gruppen in der Republik wird für das BMF auch die Kirche massiv hinterfragt“.

Kurz antwortete: „Ja super. Bitte Vollgas geben.“ Schmid: „Yea! Das taugt mir voll“. Später berichtet Schmid über das Treffen: „Also Schipka war fertig! Steuerprivilegien müssen gestrichen werden Förderungen gekürzt“, Schipka sei „zunächst rot blass dann zittrig“ gewesen.

"In dieser Form ungewöhnlich"

Stellt sich die Frage: Warum stellt die christlich geprägte ÖVP plötzlich der Kirche die Abschaffung von Steuerprivilegien in Aussicht? Und was bedeutet das für das Verhältnis zwischen ÖVP und Kirche?

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