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Traumjob Diplomat? Was man als künftiger Botschafter können muss

Wer eine Karriere als Diplomat einschlagen will, muss ein Auswahlverfahren des Außenministeriums bestehen. Die Bewerbungsfrist für die diesjährige Runde endet am 10. August.
Diplomatische Akademie

Von Sophia Laura Molnárová 

Rund 450 Diplomaten vertreten Österreich weltweit. Ihr Job gilt als einflussreich, lukrativ und für viele Außenstehende als nicht greifbar. Für heuer bietet sich noch bis 10. August die Möglichkeit, am Auswahlverfahren für den höheren auswärtigen Dienst des Außenministeriums teilzunehmen.

Was ist eigentlich ein Diplomat? 

Bevor man sich auf diese Berufslaufbahn einlässt, sollte man wissen, was genau einen erwartet. Denn Diplomat zu sein, ist keine rein repräsentative Funktion. Diplomaten verhandeln und vermitteln, sie arbeiten oft rund um die Uhr. Sie treffen sich mit hochrangigen Vertretern anderer Länder, um ein breites Netz von Beziehungen zu etablieren und dadurch eine Basis für Kooperationen herzustellen. Oft geschieht ihre Arbeit abseits der Öffentlichkeit, jedoch hat ihre Tätigkeit weitreichende Auswirkungen.

Welche Voraussetzungen sind erforderlich?

 Wer an dem Auswahlverfahren teilnehmen möchte, muss die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen. Vorausgesetzt wird zudem die Unbescholtenheit. Der Diplomatenjob fordert ebenso eine große Flexibilität im Privat- und Familienleben, denn man wechselt alle drei bis vier Jahre den Dienstort, heißt es aus dem Außenministerium. Ausgezeichnete Sprachkenntnisse gelten als Standard, genauso intellektuelle Kompetenz, Belastbarkeit und Kommunikationsfähigkeit.

Gibt es eine spezielle Ausbildung, um Diplomat zu werden?

 Erwartet wird ein abgeschlossenes Diplom-, Magister-, Master- oder Doktoratsstudium – oder alternativ ein Bachelorabschluss kombiniert mit einem Diplomlehrgang an der Diplomatischen Akademie (DA) Wien. Bevorzugt werden Absolventen der Politikwissenschaften, Rechtswissenschaften, internationalen Beziehungen oder der Volkswirtschaft. Darüber hinaus werden ebenso Akademiker aus Technik und Naturwissenschaften gesucht.

Wenn man in Österreich Diplomat werden möchte, muss man an der Diplomatischen Akademie Wien studiert haben? 

Ein Studium an der DA ist keine formale Voraussetzung, um in den österreichischen diplomatischen Dienst einzutreten. Ein Studium hier bietet jedoch eine gute Vorbereitung auf diesen Karriereweg. „Die Diplomatische Akademie Wien ist die weltweit älteste Institution ihrer Art. Sie bietet der nächsten Generation von Führungspersönlichkeiten eine fundierte Basis für eine erfolgreiche internationale Karriere,“ so Ex-Botschafter Martin Eichtinger, Direktor der DA. Jährlich erhält die Akademie rund 500 Bewerbungen, doch nur etwa 200 schaffen die Aufnahme. Die meisten Bewerber sind zwischen 22 und 33 Jahre alt. Viele arbeiten anschließend im diplomatischen Dienst oder in internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen, der EU oder der OSZE.

Was ist das sogenannte A-Préalable? 

Wer diesen Beruf anstrebt, für den ist das A-Préalable letztendlich entscheidend. Der französische Begriff bezeichnet das mehrstufige Auswahlverfahren, das mit einem Online-Vorauswahltest am 2. September 2026 beginnt. Wer den besteht, wird zur schriftlichen Prüfung am 17. September eingeladen. Hier wird Fachwissen geprüft, ergänzt durch praktische Aufgaben aus dem diplomatischen Dienst. Weiters muss man seine Fähigkeit, aktuelle außenpolitische Themen auf Deutsch und Englisch zu bearbeiten, unter Beweis stellen. Die erfolgreichsten Kandidaten werden dann in das Assessment Center und zu einer mündlichen kommissionellen Prüfung eingeladen.

Ab wann darf man sich Diplomat nennen?

Diplomat ist kein Titel im engeren Sinne, sondern eine Berufsbezeichnung. Sie kann umgangssprachlich von allen Personen, die das Auswahlverfahren bestanden haben, verwendet werden, heißt es im Außenministerium. Jungdiplomaten durchlaufen in den ersten beiden Jahren ab Dienstantritt ihre Grundausbildung. Zudem arbeiten sie in verschiedenen Abteilungen des Ministeriums. Bis zur ersten mehrjährigen Entsendung ins Ausland dauert es meist zwei Jahre nach dem Eintritt.

Kann der Diplomatenjob auch gefährlich sein? 

Manche Länder sind schwereren Bedrohungen ausgesetzt als andere. Aus dem Grund genießt das diplomatische Personal das Privileg der absoluten Immunität. Der Ausschluss von strafrechtlicher Verfolgung im Empfangsstaat garantiert die Durchführung einer reibungslosen diplomatischen Mission. Für viele Diplomaten gehören auch Ausnahmesituationen ganz einfach zum Alltag, denn es ist nicht nur ein Beruf, sondern eine Lebenseinstellung.

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