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Radio-Debatte
01/25/2017

Ausgrenzung oder Abgrenzung? Mitterlehner traf auf Strache

Schwarz gegen Blau. Überschattet von zähen Koalitionsverhandlungen zu einem Update des Regierungsprogramms wurde die Ö1-Sendung "Im Klartext" am Mittwochabend.

von Michael Bachner

Vizekanzler, ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner nutzte für den Radio-Auftritt eine Verhandlungspause und traf im RadioKulturhaus auf FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache.

In einer teils emotional geführten Debatte betonte Mitterlehner mehrfach gravierende inhaltliche Unterschiede seiner Partei zur FPÖ – von der Wirtschafts- bis zur Europapolitik. Viele ÖVP-Wähler seien bei den Blauen "geparkt", diese wolle man auf die eigenen Konzepte aufmerksam machen. "Wir sehen einen Erfolgsneid der ÖVP gegenüber der FPÖ", höhnte dazu Strache.

Angesprochen auf die Option Schwarz-Blau und ob er Strache die Kanzlerschaft zutraue, wich Mitterlehner allerdings aus. Das werde im Wettbewerb entschieden, das müsse der Wähler sagen.

Strache war da klarer. Eine Koalition mit der ÖVP werde es, wenn überhaupt, wohl nur nach einer personellen Neuaufstellung an der Spitze der Volkspartei geben können. "Anders wird das nicht gehen", sagte Strache, der für Neuwahlen ist. "Das wäre der einzige ehrliche Neustart."

Gegenüber dem Koalitionspartner SPÖ trat Mitterlehner im Ton verbindlich auf. "Die Begleitung (der Verhandlungen) könnte etwas leiser sein", räumte er ein. Aber das Ultimatum der SPÖ werde "überdramatisch" dargestellt. Man sitze schließlich gemeinsam am Verhandlungstisch, die ÖVP bringe sich konstruktiv ein.

Zum Ausspruch von Kanzler Kern, wonach nur die SPÖ und FPÖ Veränderung in diesem Land wollten, sagte Mitterlehner bloß: "Eine besonders freundliche Darstellung war das nicht." Strache drehte den Spruch um und sagte: "Veränderung wird nur mit uns Freiheitlichen möglich sein."

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