Vorarlbergs VP-Landeshauptmann Markus Wallner zieht in den Wahlkampf

© APA/ROBERT JAEGER

Politik Inland
09/29/2019

Auf der Westachse sind SPÖ und FPÖ am Abstellgleis

In Vorarlberg geht es Richtung Landtagswahl. In Salzburg und Tirol erzielt die VP die stärksten Ergebnisse. OÖ-Koalition belastet.

Jubel. Trubel. Wahlkampfstart. Das hieß es am Sonntagabend für die Vorarlberger Volkspartei. Sie lud ihre Funktionäre zum gemeinsamen Verfolgen der ersten Hochrechnung für die Nationalratswahl in ein Hotel in Dornbirn.

Aber nicht nur, um den vorprogrammierten ersten Platz der Bundespartei zu feiern. Vielmehr ging es für die VP von Landeshauptmann Markus Wallner darum, direkt nach Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses der Nationalratswahl mit einem inoffiziellen Kick-off in den eigenen Landtagswahlkampf zu starten.

Bis zum Urnengang im Ländle am 13. Oktober verbleiben gerade einmal 14 Tage für die Werbung in eigener Sache. Der deutliche Wahlsieg der Bundespartei ist dafür für Wallner durchaus Rückenwind. In Vorarlberg fallen die zu Zugewinne für die VP (plus 2,8 Prozentpunkte auf 37,5 Prozent) allerdings am niedrigsten von allen Bundesländern aus.

„Wir haben eine gute Ausgangsbasis, im Land aber auch noch Luft nach oben“, sagte Wallner zum Ergebnis der Nationalratswahl in seinem Bundesland. Der türkise Kurs von Sebastian Kurz – insbesondere die Koalition mit der FPÖ – wurde in den eigenen Reihen äußerst kritisch gesehen. Im VP-Landtagswahlkampf wird nun rasch von Türkis auf Schwarz umgestellt.

Wallners Koalitionspartner, die Grünen mit Spitzenkandidat Johannes Rauch, werden versuchen, auf der Welle weiter zu surfen. Bereits vor der Nationalratswahl hatte Rauch das Halten der sensationellen Landtagsergebnis von 2014 (17,1 Prozent) als Ziel ausgegeben und auf Zugewinne gehofft.

Die Hoffnung ist berechtigt. Am Sonntag rückten die Grünen in Vorarlberg durch das Desaster der FPÖ (– 8,7 Prozentpunkte) sogar auf Platz zwei vor. Rauch hat bereits klargestellt, dass er eine Neuauflage von Schwarz-Grün anstrebt.

Die FPÖ hat Wallner bereits als Koalitionspartner ausgeschlossen, die Grünen als ersten Ansprechpartner genannt. Die Neos haben jedoch gestern ein Ausrufezeichen gesetzt. Mit rund 13 Prozent konnten sie ihre 9 Prozent von der Nationalratswahl 2017 und auch die 6,9 Prozent vom ersten Antreten bei der Vorarlberger Landtagswahl klar übertrumpfen. Die SPÖ erlebte eine weitere Niederlage.

Relativ entspannt konnten die VP-Landeshauptleute von Tirol und Salzburg, Günther Platter und Wilfried Haslauer, den Wahlabend verfolgen. Sie haben ihre Landtagswahlen bereits im Vorjahr erfolgreich geschlagen. Platter freute sich zunächst, das erklärte Ziel erreicht zu haben – erneut das stärkste VP-Ergebnis aller Bundesländer (47,4 Prozent).

„Das bedeutet schon eine Stärkung der Tiroler Volkspartei in Wien“, machte Platter klar, was das Ergebnis für ihn bedeutet.

Auf den letzten Metern könnte aber die Salzburger ÖVP noch an den Tiroler Parteifreunden vorbeiziehen, die am Sonntagabend auf 47,5 Prozent lag. „Wir haben momentan einen Lauf“, freute sich Haslauer. Grüne und Neos durften sich in beiden Bundesländern über deutliche Zugewinne freuen, SPÖ und FPÖ stürzten hingegen ab.

Dämpfer für FPÖ OÖ

Die Schwarz-Grün-Koalitionen auf der Westachse (in Salzburg um Pink ergänzt) dürfen sich bestätigt fühlen. In OÖ könnte das Nationalratsergebnis für Schwarz-Blau zur Belastung werden.

Der freiheitliche Regierungspartner von VP-Landeshauptmann Thomas Stelzer muss ein Minus von fast zehn Prozentpunkten wegstecken. Die Grünen, bis 2015 zwölf Jahre Regierungspartner der ÖVP, legten stark zu. Regulär wird in OÖ aber erst wieder 2021 ein neuer Landtag gewählt.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.