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Politik Inland
06/01/2020

Antisemitismus-Vorwurf gegen Strache wegen Buchwidmung

Laut einem Medienbericht soll der ehemalige FPÖ-Chef Juden in einer handschriftlichen Widmung als "machtlüstern" und als "Gegner" bezeichnet haben.

Der ehemalige FPÖ-Vizekanzler und aktuelle Obmann des Team HC Strache soll in einem antisemitischen Buch Juden als "Gegner" und als "verworrene und machtlüsterne Gesellschaft" bezeichnet haben, berichtet die Süddeutsche ZeitungHeinz-Christian Strache hatte bisher immer behauptet, sich nie antisemitisch geäußert zu haben. 

Das Buch heißt "Jüdische Bekenntnisse aus allen Zeiten und Ländern" und stammt von dem Autor Hans Jonak von Freyenwald. Freyenwald, geboren 1878 in Wien, war laut der SZ, NSDAP-Mitglied und Autor etlicher antisemitischer Schriften.

Auf den ersten Seiten eines Exemplars sind laut dem SZ-Bericht einige handschriftliche Widmungen zu sehen. Dabei finde sich auch eine handschriftliche Widmung von Strache, die lautet:

„Dieses Buch soll Dir einen Einblick in die jüdisch verworrene und machtlüsterne Gedankenwelt vermitteln. Als politische Elite dieses Landes müßen wir unsere Gegner studieren, ihre wirren Ideen entlarven und diesen entgegentreten.“

Experte: "zu 99,99 Prozent" Straches Schrift

Der Eintrag ist signiert mit "Heinz-Christian Strache". Laut eines Handschriften-Gutachters soll es sich dabei "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" um die Schrift des ehemaligen Vizekanzlers handeln. Der Experte sei sich zu 99,99 Prozent sicher. 

Das Buch erschien erstmals 1941. Bei diesem Exemplar handle es sich jedoch um einen Nachdruck aus dem Jahr 1992, daher könne die Signatur von Strache frühestens aus diesem Jahr stammen. Zu der Zeit war Strache FPÖ-Bezirksrat in Wien

Das Buch sei ein Werk für fanatische Antisemiten, sagte Wolfgang Benz, der frühere Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin, gegenüber der SZ.

Strache: Keine Erinnerung an Widmung

Die Süddeutsche Zeitung habe Strache damit konfrontiert. Laut seinem Anwalt könne er sich jedoch nicht an so eine Widmung erinnern, er lasse der SZ ausrichten, den Inhalt des Buches nicht zu kennen, heißt es in dem Bericht.

Er würde sich aber "ohne Einschränkungen von dessen Aussagen distanzieren", wenn das Buch den von der SZ "skizzierten judenfeindlichen Gehalt aufweist", teilte Strache mit. Judenfeindlichkeit lehne er "aus tiefer Überzeugung" ab, so Strache

Strache habe das judenfeindliche Buch angeblich für ein Mitglied aus der rechtsextremen Szene signiert. Ein Informant, der anonym bleiben möchte, habe dies eidesstattlich versichert. Nach dem Tod des Buch-Inhabers, sei das Buch mit Straches Widmung der SZ zugespielt worden. Strache ließ über seinen Anwalt mitteilen, dass er den Mann gekannt habe.

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