Politik | Inland
13.08.2018

„Amputation ohne Not“ in der AUVA

Patienten warnen vor Kürzungen bei ärztlichen Leistungen in den Spitälern der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt.

„Ich bin nicht bereit, mir ohne Not das linke Bein amputieren zu lassen.“ Der Kommentar von Anton Hiden zu den geplanten Einsparungen lässt wenig Interpretationsspielraum. Speziell im Visier hat der Gewerkschafter den Chef der AUVA, Anton Ofner.

Dieser scheine „vergessen zu haben, was Selbstverwaltung heißt“ und tue nichts dagegen, dass „irgendwelche dahergelaufenen Leute“ versuchten, die Strukturen zu zerstören. Sparen habe man immer wieder müssen, aber nicht in diesem Ausmaß, wettert Hiden nach der Betriebsversammlung vor der Zentrale der Versicherung im 20. Wiener Gemeindebezirk am Montag.

Beste Betreuung

Einen Kilometer weiter, vor dem Lorenz-Böhler-Spital, findet auch Roman Milletich die Sparpläne „Blödsinn“, und ergänzt: „Wenn’s das zusperren, darf man nicht mehr krank werden“. Im Juni war ihm nach 30 Jahren bei der Müllabfuhr eine Schultersehne gerissen, wegen einer Infektion muss er nun erneut unters Messer.

Mit der Behandlung im AUVA-Spital ist er mehr als zufrieden, alle wären ausgesucht freundlich, „sogar das Essen ist gut“. Und auch wenn Milletich schon vor der Pressekonferenz nicht an ein Zusperren glaubt: „Sparen am falschen Platz“ sei das allemal.

Das sieht Wolfgang Schmied differenzierter: Der 42-Jährige ist selbst Arzt, heute aber wegen einer Sportverletzung in der Ambulanz. Er sieht zwar auch kein Einsparungspotenzial beim medizinischen Personal – „die Ärzte sind ohnehin an der Grenze“ –, sehr wohl aber in der Verwaltung.

Schon aus eigener Erfahrung, wenn auch in anderen Spitälern, ist er sicher, dass da einige „sitzen und in der Nase bohren“.

Einen ganz anderen Zugang hat hingegen der junge Mann, der zwei Meter hinter Schmied sitzt: „Ich bin grundsätzlich gegen alle Pläne dieser Regierung."