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Politik Inland
07/09/2022

"Alkohol oder Psychopharmaka": Nehammer-Sager sorgt für Aufregung

Der Bundeskanzler sprach beim Tiroler Landesparteitag über die Inflation und entschied sich für eine ungewöhnliche Wortwahl.

Eine Rede von Bundeskanzler und ÖVP-Bundesparteiobmann Karl Nehammer am ÖVP-Landesparteitag in Tirol sorgt derzeit in sozialen Medien für Aufregung. Nehammer ging nach lobenden Worten für den frisch gewählten Landesparteiobmann Anton Mattle auf die Teuerung und die Inflation ein.

Man müsse "den Feind erkennen" – nämlich die Teuerung, die Inflation und "dieses absurd hohe Level an Energiekosten". Die Inflation müsse gemeinschaftlich von der EU gedrückt werden. Sonst sieht der Kanzler für den Herbst nur zwei Möglichkeiten: "Wenn wir jetzt so weitermachen, gibt es für euch nur zwei Entscheidungen nachher: Alkohol oder Psychopharmaka. Und ich sage Alkohol ist grundsätzlich okay ... aber das Entscheidende ist, dass man immer dann anstößt, wenn es einem gut geht." Aus dem Publikum sind Lacher zu hören. 

Auf Twitter hagelte es Kritik: "Da fehlen einem die Worte. Der Kanzler macht sich über Alkoholkonsum und Psychopharmaka lustig. Und das in einer ernsten Krise", so eine Userin. "Alkohol oder Psychopharmaka als Lösungsvorschlag sind also alles, was die Regierung gegen die Teuerung noch aufzubieten hat", schrieb ein anderer.

FPÖ sieht "völliges Versagen"

Kritik kam am Abend auch von der FPÖ: "Die flapsigen Bemerkungen von Bundeskanzler Karl Nehammer, wonach die aktuellen Herausforderungen entweder nur mit 'Alkohol oder Psychopharmaka' zu bewältigen sein werden, sind ein klassischer Offenbarungseid und spiegeln das völlige Versagen der Regierung auf der einen Seite und die totale Überforderung mit der Gesamtsituation auf der anderen Seite wider", so FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz, der in einer Aussendung Neuwahlen forderte.

Auch aus der SPÖ kam ein Ruf nach Neuwahlen: "Ich will eh nicht, dass wir so weitermachen. Wie wäre es mit einer raschen Nationalratswahl?", twitterte der stellvertretende SPÖ-Klubvorsitzende Jörg Leichtfried.

Laut Krone (Online) erklärte das Büro des Bundeskanzlers auf Anfrage, man habe Zuversicht vermitteln wollen. Wenn man auch flapsig formuliert habe, wie eingeräumt wird.

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