Politik | Inland 05.01.2018

10.000 Demonstranten bei Aktion in Wien angekündigt

Protest gegen Türkis-Blau am 18. Dezember © Bild: KURIER/Jeff Mangione

Regierungsgegner wollen am 13. Jänner auf die Straße gehen.

Freitagvormittag steckten Polizisten und Regierungsgegner in Wien die Köpfe zusammen. Der Grund war die Planung der Demo gegen Kurz’ und Straches Koalition am 13. Jänner. Unter dem Titel "Neujahrsempfang" rufen linke Gruppierungen zum Protest auf, denn: "Der Tag X am Heldenplatz war für uns nur der Anfang", wie die Sprecherin der Plattform Radikale Linke, Carla Sedlak, erklärt. Am Tag der Regierungsangelobung im Dezember waren 5000 Demonstranten dem Aufruf der Organisationen gefolgt – kommenden Samstag sollen es beim Westbahnhof sogar 10.000 werden, wie aus der Anmeldung bei der Polizei hervorgeht.

Die Plattform "Radikale Linke" will mit einem "großen antikapitalistischen Block" vertreten sein: "Wir hoffen, dass sich auch Antifaschistinnen aus anderen Ländern an dem Protest beteiligen." Geworben wird jedenfalls international. Auf der deutschen Facebook-Seite " Antifa Kampfausbildung" ist die Demo als nächste große Veranstaltung angekündigt. Ein Grund, warum der Protest über die Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit generiert, ist die bevorstehende EU-Ratspräsidentschaft Österreichs. Die Plattform "Radikale Linke" will ab 1. Juli vermehrt zu Aktionen und Demos aufrufen.

Walzer ohne Hindernis

In den Hintergrund gerät heuer ein Event, das in den letzten Jahren wie kein anderes für die Proteste dagegen bekannt war. Der Akademikerball findet am 26. Jänner in der Hofburg statt. Demos sind bisher keine geplant. "Das kann daran liegen, dass der grüne Parlamentsklub kein Geld mehr hat. Ich habe nichts gegen Demonstrationen, ich habe nur etwas gegen Gewalt", sagt Ballorganisator Udo Guggenbichler. Er sei trotz der fehlenden Demo-Aufrufe vorbereitet und habe alle sicherheitsrelevanten Aspekte im Blick: "Weil so richtig traue ich dem Frieden nicht." Der Karten-Vorverkauf laufe übrigens gut, "es wird jedes Jahr stetig mehr".

( kurier.at ) Erstellt am 05.01.2018