Politik
01.04.2012

Immer mehr Ältere sind arbeitslos

Jüngere sind weniger betroffen. Beschäftigtenzahl ist auf einem Rekordhoch, Österreich bleibt EU-Musterknabe.

Die Arbeitslosigkeit steigt weiter an. Im März haben mehr als 263.700 Menschen einen Job gesucht, ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2011. Gleichzeitig ist die Zahl jener, die sich in Schulungen befinden um 1,5 Prozent auf exakt 68.438 gesunken. Insgesamt waren damit im März mehr als 332.200 Menschen in Österreich auf Jobsuche.

Besonders behinderte Personen und Leiharbeiter waren von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen (Plus 14,5 bzw. 12,8 Prozent). Auch Ausländer und über 50-Jährige fanden schwerer einen Job. Die Arbeitslosenquote dieser Gruppen schnellte um 11,8 bzw. 8,5 Prozent in die Höhe.

Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel machen vor allem die älteren Arbeitslosen Sorgen. Er fordert von Wirtschaft einmal mehr Maßnahmen statt Lippenbekenntnisse: "Das ist entscheidend für das gemeinsame Ziel, die Frühpensionen zu minimieren." Laut AK sind derzeit 33.000 ältere Arbeitnehmer als arbeitslos vorgemerkt und nur 7000 werden es wieder in ein Beschäftigungsverhältnis schaffen. "Ältere Arbeitnehmer werden noch viel zu einfach gekündigt und in der Arbeitslosigkeit bis zum Pensionsantritt zwischengeparkt." In die selbe Kerbe schlägt Rudolf Kaske, Chef der Gewerkschaft vida. "In ihre Weiterbildung wird nicht investiert und statt die Jobs altersgerecht umzugestalten, tauschen viele Betriebe lieber die Beschäftigten aus."

Entspannte Lage am Lehrstellenmarkt

Entspannt hat sich auch die Lage am Lehrstellenmarkt. Die Zahl der offenen Lehrstellen stieg mit 10,5 Prozent wesentlich stärker als jene der Lehrstellensuchenden (+1,5 Prozent). Die Lehrstellenlücke schrumpfte auf 909 offene Plätze. Österreich weist mit einem Wert von 8,3 Prozent die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit der EU aus und steht auch sonst im Europa-Vergleich als Musterschüler da. Im Schnitt der 27-EU-Staaten betrug die Arbeitslosenquote im Februar (letzte verfügbare Zahlen) 10,1 Prozent. In Österreich lag sie laut EU-Berechnung bei 4,2 Prozent – der beste Wert in der EU. Die Zahl der in Österreich aktiv Beschäftigten ist im März um 57.000 Personen auf 3,335 Millionen gestiegen und bleibt damit auf einem Rekordniveau.

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