Politik
05.12.2011

Hitze sorgt für volle Bäder und volle Krankenwagen

Hohe Temperaturen hatten am Mittwoch den Osten und Süden des Landes fest im Griff. Bäder und Seen wurden regelrecht gestürmt.

Die Kehrseite der großen Hitze bekamen die Rettungskräfte zu spüren: Das Einsatzgeschehen nahm ab Mittag rasant zu. Die Wetterstation Hohe Warte, ZAMG, registrierte in ihren Stationen zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe um 15 Uhr bereits 32,9 Grad Celsius in Zwerndorf-Marchegg. Die Meteorologen rechnen damit, dass das Thermometer auf vielen Stationen bis auf 36 Grad Celsius ansteigen werde. Für die hohen Temperaturen und die späten Spitzenwerte sei "wärmere Luft in höheren Luftschichten verantwortlich", erklärt Meteorologe Christian Retitzky. Vom Hitzerekord aus dem Jahr 1983 mit 39,7 Grad Celsius in Dellach im Drautal ist man noch weit entfernt. Während im Osten die Temperaturen stiegen, waren in Vorarlberg Regenjacken und 19 Grad Celsius angesagt.

Einsatzplus

Dennoch ließen die Temperaturen niemanden kalt. Die Wiener Rettung rückt an extremen Hitzetagen bis zu 120-mal zusätzlich aus. Die Zahl der Einsätze steigt damit auf 800 Fahrten. Der Kreislaufkollaps sei der "häufigste Einsatzgrund", sagt Franz Mikulcik, stellvertretender ärztlicher Leiter der Wiener Rettung. Betroffen sind vermehrt ältere Personen. In Niederösterreich waren die Rettungsteams ebenfalls gefordert. Seit Samstag rückten sie zu drei Badeunfällen, drei Bergunfällen sowie zu über 23 Einsätzen wegen allergischer Reaktionen nach Insektenstichen aus. Insgesamt wurden 2615 Notfalleinsätze abgewickelt.

Nicht nur Sanitäter und Notärzte, auch die Pannenfahrer kamen gehörig ins Schwitzen. Autofahrer, heißt es in einer Aussendung des ARBÖ, macht die Hitze "schusselig". Wer so rasch wie möglich in ein Bad will, der greift auch schnell zur falschen Zapfsäule oder vergisst den Schlüssel im Auto. Übrigens: Autobatterien scheuen nicht nur den Winter, sondern auch den Hochsommer. "Starthilfen stehen ganz oben auf der Einsatzliste", heißt es beim ARBÖ.

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