Politik 05.12.2011

Heinisch: Eltern-Rechte für Homo-Paare

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek fordert mehr Eltern-Rechte für gleichgeschlechtliche Paare.

rauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist unzufrieden - und zwar mit dem Gesetz zur Eingetragenen Partnerschaft. "Wir haben homosexuelle Lebensgemeinschaften mittlerweile in vielen Bereichen heterosexuellen Ehepaaren gleichgestellt. Allerdings gibt es bis heute schwere Diskriminierungen - und die gilt es jetzt zu beseitigen", sagt Heinisch-Hosek zum KURIER.

Konkret stößt sich die SPÖ-Ressortchefin an den Bestimmungen zur Adoption und zur künstlichen Befruchtung: "Kinder, die in eine gleichgeschlechtliche Beziehung mitgebracht werden, dürfen nach wie vor nicht adoptiert werden. Das ist unsinnig. Wenn gleichgeschlechtliche Paare füreinander und für die Kinder da sind, sollen sie die Kinder auch adoptieren können."

Außerdem will Heinisch-Hosek lesbischen Paaren die künstliche Befruchtung ermöglichen. Derzeit dürfen österreichische Ärzte nur bei solchen Paaren eine künstliche Befruchtung vornehmen, die entweder rechtmäßig verheiratet sind oder die von einem Notar beglaubigen lassen, dass sie in einer ehe-ähnlichen heterosexuellen Beziehung leben. "Aus vielen Gesprächen mit Betroffenen weiß ich, dass das Adoptions- und das Fortpflanzungsverbot vor allem lesbische Paare davon abhält, ihre Partnerschaft eintragen zu lassen. Das gilt es zu ändern", sagt Ministerin Heinisch-Hosek.

Die Statistik scheint die Ministerin zu bestätigen. Denn im ersten Jahr haben sich fast doppelt so viele Männer- wie Frauen-Paare "verpartnert". Als Vorbild gilt für Heinisch-Hosek Wien, wo homosexuelle Paare Pflegekinder aufnehmen dürfen: "In der Bundeshauptstadt hat man die besten Erfahrungen mit diesem Modell."

Fehlender Bindestrich

Eine weitere Lücke ortet Heinisch-Hosek im Namensrecht. "Im Unterschied zu heterosexuellen Paaren dürfen gleichgeschlechtliche keinen Familiennamen führen, und auch keinen Doppelnamen mit einem Bindestrich - das ist untragbar."

Über den Sommer werden mit dem Justizressort die Eckpunkte für ein größeres Familienrechtspaket erarbeitet, mit dem unter anderem Diskriminierungen homosexueller Paare beseitigt werden sollen.

Die erste Gesprächsrunde mit ÖVP-Justizministerin Beatrix Karl hat bereits stattgefunden - und Heinisch-Hosek ist optimistisch, dass die ÖVP einlenkt. "Die Menschen draußen sind viel weiter als die Politik. Regenbogen-Familien sind Teil unserer Gesellschaft - und das ist gut so. "

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011