Politik
07.12.2011

Haus und Weihnachtsgeld vernichtet

Eine Großfamilie aus Oberösterreich steht vor dem Nichts. Ihr neu renoviertes Heim wurde durch ein Feuer zerstört.

Es ist so furchtbar, wir haben alles verloren." Kurt Hammer kämpfte mit den Tränen, als er gestern Vormittag noch einmal die Ruine sah, die von seinem Haus in Alberndorf in Oberösterreich übrig geblieben ist. Ein Brand hatte das Eigenheim der sechsköpfigen Familie in der Nacht auf Mittwoch völlig verwüstet. "Ich weiß überhaupt nicht mehr, wie es jetzt weitergehen soll", klagt der 37-jährige Lkw-Fahrer.

Doppelt bitter: Die Hammers hatten ihr Haus gerade um viel Geld saniert, erst vor drei Tagen wurden die neuen Möbel eingeweiht. "Und jetzt? Alles Schutt und Asche. Wir haben ja nicht einmal mehr etwas zum Anziehen", ist Vater Kurt verzweifelt.

Ölofen

Der Brand war am Dienstag kurz vor 21 Uhr im ersten Stock - im Zimmer des sechsjährigen Sohnes Lukas - ausgebrochen. Vermutlich durch einen defekten Ölofen. Der Kleine wurde durch das Feuer wach und rief seine Mutter zu Hilfe. Gemeinsam mit ihrem 18-jährigen Sohn Riccardo und ihrer 17-jährigen Tochter Lisa versuchte Hannelore Hammer das Feuer zu löschen - vergeblich.

Schließlich mussten die 37-jährige Frau und ihre Kinder vor den Flammen ins Freie flüchten. Auch die gehbehinderte, 60-jährige Großmutter Hannelore Oberreiter konnte gerade noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Beim Eintreffen der Feuerwehr war niemand mehr im brennenden Haus. Die Löscharbeiten dauerten insgesamt acht Stunden. "Wir sind mit 100 Mann angerückt", erzählte Einsatzleiter Franz Grubauer.

Spendenkonto

Der erste Stock wurde total zerstört, das Erdgeschoß ist durch die Folgen der Brandbekämpfung ebenfalls unbewohnbar. Wie groß der Sachschaden ist, steht noch nicht fest. Er ist jedenfalls beträchtlich. Kurt Hammer: "Ich bin zwar versichert, weiß aber nicht, wie viel Geld wir tatsächlich bekommen werden."

Wolfgang Hammer, Kurts Bruder, nahm seine Verwandten in der Nacht bei sich auf. Die Hilfsaktion für die Brandopfer ist mittlerweile voll im Laufen. Ganz Alberndorf steht hinter der Familie, die ihr Heim verloren hat, und will sie unterstützen. Ein eigenes Spendenkonto bei der örtlichen Raiffeisenbank wurde in der Gemeinde bereits eingerichtet: Konto-Nr. 540005, Bankleitzahl 34111.

"Wir haben sogar schon eine Wohnung gefunden, wo wir die Hammers vorläufig unterbringen können", sagt Alberndorfs Vizebürgermeister Martin Tanzer, der die Hilfsaktion koordiniert und sofort versucht hat, Kleidung aufzutreiben.

Traurig sind die Kinder Riccardo, Lisa und Lukas nicht nur, weil sie ihr Zuhause verloren haben. Die drei hätten nämlich heute, am 8. Dezember, ihre Weihnachtseinkäufe erledigen wollen. "Daraus wird nichts. Das ganze Geld, das sie gespart haben, ist verbrannt. Ich könnte die ganze Zeit weinen", so Vater Kurt.