Politik 15.01.2012

Graz: Spaßvogel löste Bombenalarm aus

In Graz wurde am Sonntag ein Viertel großräumig abgeriegelt. Jemand hatte in einem Mistkübel ein tickendes Paket deponiert.

Das rhythmische Ticken aus einem Mistkübel machte einen Passanten Sonntagvormittag in Graz misstrauisch. Als er auch noch ein seltsam verschnürtes Paket entdeckte, alarmierte er sofort die Polizei. Mit der Sonntagsruhe rund um die Don-Bosco-Kirche und mit dem Betrieb des Bahnhofes war es vorbei. Bombenalarm wurde ausgelöst, das Gebiet weiträumig abgesperrt. Auf der Südbahnstrecke der ÖBB wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Graz-Linien hatten mit ihren Bussen großräumig auszuweichen. Autofahrer und Fußgänger durften die Kärntnerstraße nicht frequentieren.

Provokation

Erst um 14 Uhr, zweieinhalb Stunden nach der Sperre, konnte Entwarnung gegeben werden. Bei dem Fund handelte es sich um vier mit stärkeren Kabeln verbundene elektronische Bauteile, die an eine Batterie angeschlossen waren und Signale aussendeten. „Das Paket wurde unserer Einschätzung nach bewusst deponiert, um eine entsprechende Reaktion der Exekutive hervorzurufen“, erklärt Polizei-Oberstleutnant Alfred Kronawetter. „Man konnte zunächst nicht sagen, was dahintersteckt“ – daher die großräumige Sperre.

Der Spaßvogel verursachte einen Riesenaufwand. 12 Polizisten sicherten das Gebiet und leiteten den Verkehr um. Ein Sprengstoffhund wurde eingesetzt. Dieser schlug zwar nicht an, doch das Ticken hörte noch immer nicht auf. Vom Flughafen Graz-Thalerhof wurde ein Spezialist mit Röntgengerät beordert. Als dieser die Drähte sah, gab es erst recht keine Entwarnung. Erst beim Öffnen des Paketes unter Vollkörperschutz war klar, dass man einem Fake aufgesessen war. Der Übeltäter wird schwer zu fassen sein: Es sei denn, er ist vorgemerkt und es finden sich Fingerprint- oder DNA-Spuren.

Theaterrequisiten

Erst vor wenigen Wochen hatte es auch in Wien große Aufregung um nichts gegeben: In dem Fall entpuppten sich Dynamitstangen mit Zündschnüren in einer Mülltonne vor der Probebühne der „neuen Oper“ letzten Endes als entsorgtes Theaterrequisit.

( Kurier ) Erstellt am 15.01.2012