Politik 05.12.2011

Fünf Tote nach Amoklauf in Nevada

© Bild: rts

Ein Mann schoss in einem Restaurant um sich und tötete vier Menschen. Anschließend richtete er sich selbst.

Ein Amokläufer hat am Dienstag in einem Restaurant im US-Bundesstaat Nevada ein Blutbad angerichtet. Wie die Polizei mitteilte, erschoss der Mann vier Menschen und richtete anschließend vor geschockten Augenzeugen die Waffe gegen sich selbst. Bei den Todesopfern handelte es sich um vier Angehörige der Nationalgarde, die in Uniform in dem Restaurant saßen.

Die Tat ereignete sich am Morgen in einer Filiale der Kette International House of Pancakes in Nevadas Hauptstadt Carson City. Drei Soldaten starben direkt bei dem Attentat. Eine ebenfalls zur Nationalgarde gehörende Frau erlag in der Nacht ihren Verletzungen. Mindestens sieben weitere Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt, darunter ebenfalls Angehörige der Nationalgarde.

Die Polizei erteilte keine Auskunft darüber, ob sich die Attacke bewusst gegen die Militärangehörigen richtete. "Der 32-jährige Schütze ist in das Lokal eingetreten und hat das Feuer in ihre Richtung eröffnet", sagte ein Polizeisprecher dem Fernsehsender MSNBC.

Augenzeugen sagten der Zeitung Reno Gazette-Journal, dass der Schütze in einem blauen Minivan vorgefahren sei und zunächst auf einen Motorradfahrer gefeuert habe. Dann sei er in das Restaurant gegangen und habe um sich geschossen. Anschließend habe er das Lokal wieder verlassen und mit seiner Waffe in die Richtung eines benachbarten Lokals gefeuert. "Jemand hat gerufen, Oh! Er hat sich selbst erschossen", schilderte eine Augenzeugin die Situation.

Psychische Probleme?

Die Lokalpresse berichtete, die Familie des mutmaßlichen Täters habe in der Nacht zuvor keinerlei Auffälligkeiten im Verhalten des Schützen wahrgenommen. Jedoch sei es nach Angaben der Familie möglich, dass er unter psychischen Problemen gelitten habe.

Als die Polizei am Tatort eintraf, lag der mutmaßliche Täter mit Verletzungen ausgestreckt auf dem Parkplatz. Er sei nicht unmittelbar tot gewesen, nachdem er die Waffe gegen sich selbst gerichtet hatte, sondern erst später seinen Verletzungen erlegen, sagte ein Polizeisprecher. Nach Informationen der Ermittler handelte es sich um einen Mann aus Carson City ohne Vorstrafen.

"Sinnloser Verlust"

Polizei-Großaufgebot vor dem Restaurant, in dem der Mann um sich schoss.
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Das Verteidigungsministerium in Washington verurteilte die Tat scharf. Der "sinnlose Verlust" von Menschenleben sei "eine Tragödie", sagte ein Sprecher. Der demokratische Senator Harry Reid, der den Bundesstaat Nevada repräsentiert, zeigte sich betroffen. Es sei "sehr schwer zu akzeptieren", dass sich eine derartige Tat an so einem "friedlichen, ruhigen Ort" wie Carson City ereigne. Auch der Betreiber der Restaurantkette sprach den Angehörigen in einer Mitteilung sein Beileid für diese "absurde Schießerei" aus.

Amoklauf auch in Virginia

Nur wenige Stunden vor dem Amoklauf in Nevada war es in Virginia zu einer Bluttat gekommen: Ein 22-jähriger Mann erschoss mit einem Gewehr fünf Menschen. Anschließend floh er in den benachbarten Staat Pennsylvania, wo er sich das Leben nahm, als ihm die Ermittler auf die Spur kamen.

Erstellt am 05.12.2011