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Politik

Fall Israilov: Lebenslang für Haupttäter

Das Oberlandesgericht hat die Strafen in der Causa Israilov bestätigt. Der Asylwerber war 2009 in Wien auf der Straße erschossen worden.

04/17/2012, 11:39 AM

Das Wiener Oberlandesgericht hat am Dienstag die Strafen im Mordfall Israilov endgültig bestätigt. Es bleibt bei einer lebenslangen Haftstrafe für Otto K., der den sicherheitsbehördlichen Erkenntnissen zufolge das in Wien begangene Verbrechen penibel geplant hatte; zu 19 bzw. 16 Jahren Haft wurden die zwei Komplizen verurteilt. Nachdem der Oberste Gerichtshof (OGH) bereits im vergangenen Februar die erstinstanzlichen Schuldsprüche bestätigt hatte, wurden nun vom OLG auch die Strafberufungen zurückgewiesen.

Tschetschenischer Präsident involviert

Der aus seiner tschetschenischen Heimat geflüchtete Asylwerber Umar Israilov war am 13. Jänner 2009 auf offener Straße in Wien-Floridsdorf erschossen worden. Der Staatsanwaltschaft Wien zufolge dürfte die Bluttat vom tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow in Auftrag gegeben worden sein. Der 27-jährige Israilov hatte gegen Kadyrow ein Verfahren wegen Folter-Vorwürfen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) betrieben und sollte daraufhin entführt und gewaltsam nach Tschetschenien zurückgebracht werden. Als die Entführung scheiterte - Israilov wehrte sich heftig, als er von mehreren Männern nach einem Einkauf in einem Supermarkt überwältigt werden sollte -, "war das sein Todesurteil", so die Anklagebehörde.

Untergetauchter Täter ist jetzt Miliz-Chef

Die Staatsanwaltschaft hatte in diesem Zusammenhang drei Männer wegen Beteiligung am Mord, versuchter Überlieferung an eine ausländische Macht und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht gebracht. Otto K. war angeblich ein enger Vertrauter Kadyrows und soll zumindest mit dessen Billigung das Verbrechen geplant haben. Suleyman D. hatte Israilov wochenlang ausspioniert, sich am Tatort befunden und die verbrecherischen Pläne mitgetragen, während Turpal-Aliy Y. Israilov gemeinsam mit dem unmittelbaren Täter Letscha B. verfolgte, in die Enge trieb und zu überwältigen versuchte. Die tödlichen Schüsse gab laut Staatsanwaltschaft Letscha B. ab, der sich nach der Bluttat nach Tschetschenien absetzen konnte und von Kadyrow angeblich zum Chef einer Milizeinheit befördert worden sein soll.

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